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Ohne Hülle ist die Technik des Radom dem Wetter schutzlos ausgesetzt.

Bericht im Kreistag

Heuer keine neue Hülle für das Raistinger Radom

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Der Schaden, den Sturmtief „Bianca“ im Februar anrichtete, ist immens. Nach dem Bericht des Radom-Geschäftsführers René Jakob im Kreistag ist klar: Eine neue Hülle wird die Antenne frühestens im nächsten Frühjahr tragen.

Raisting/Landkreis – Es ist wie immer: Bevor eine Versicherung bezahlt, prüft sie ganz genau, ob sich nicht vielleicht jemand anderes in Regress nehmen lässt. So ist der immense Schaden, der am Radom in Raisting entstand, als Sturmtief „Bianca“ im Februar wütete, genauestens untersucht worden, wie Radom-Geschäftsführer René Jakob gestern im Kreistag berichtete. Am Ende war aber klar: Die Versicherungskammer Bayern reguliert den Schaden, weil kein Fremdverschulden festgestellt werden konnte.

Nun zahlt sich aus, dass die Versicherung klug abgeschlossen worden war. Denn bezahlt wird nicht etwa der Zeitwert, die Versicherung übernimmt stattdessen alle Kosten der Wiederherstellung nach dem heutigen Standard. Kein schlechtes Geschäft für den Landkreis, der, wie Jakob auf Nachfrage erklärte, rund 3600 Euro Versicherungsprämie pro Jahr für das Radom bezahlt.

Rund 2,5 Millionen Euro

Nach derzeitigen Schätzungen wird es rund 2,5 Millionen Euro kosten, eine neue Hülle über das „technische Denkmal von nationaler Bedeutung“ zu ziehen. Den größten Teil davon wird die neue Hülle kosten, die rund doppelt so teuer wird wie vor zehn Jahren, als sie erneuert wurde. Doch auch die Sicherung des Denkmals verschlingt einiges an Geld. Die neue Hülle kann erst im April 2021 aufgezogen werden. Derzeit laufen Windkanaltests mit verschiedenen Modellen, um in Zukunft zu verhindern, dass das Radom nach einem Sturm wieder „oben ohne“ dasteht.

Um die sensible Technik im Winter vor Nässeeinbrüchen zu schützen, wird unterhalb der Antenne ein provisorisches Schutzdach eingezogen. Das müsse man sich wie „eine 14 000 Kubikmeter große Bierhalle“ vorstellen, meinte der Radom-Geschäftsführer. Allein die Sicherung durch das Schutzdach kostet rund eine halbe Million Euro.

Studie für Nutzung des Denkmals

Am Ende könnte dennoch, wenn man Glück hat und alles glatt läuft, der Auszahlungsbetrag der Versicherung ausreichen, „damit wir plusminus Null aus der Sache herauskommen“.

Die neue Traglufthülle soll dann „bis mindestens 2045 plus x Jahre“ halten, versprach Jakob. Weit in die Zukunft denke man derweil auch bei der künftigen Nutzung des Denkmals. Derzeit werde eine Studie erstellt, bei der geprüft werden soll, inwieweit Großprojektionen an die Innenseite der Hülle – ähnlich einem IMAX-Kino – für mehr Besucher sorgen könnten. „Derzeit sind wir schon sehr wort- und schriftlastig“, räumte Jakob ein.

Kein Interesse

An die Zukunft dachte auch Kreisrat Friedrich Zeller (SPD/Schongau). Der Landkreis sei kein geeigneter Träger für ein „Denkmal nationaler Bedeutung“, sagte er. Da müsse man eine Kampagne starten, um einen Träger wie das Deutsche Museum zu finden. Habe man schon, meinte Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Aber bislang hätten alle – ob Bezirk oder Deutsches Museum – abgewunken.

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