Rund 70 Bürger waren zur „Jörgisgmoa“ in die „Post“ gekommen, wo Kämmerin Andrea Wolf die Finanzlage vortrug.
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Rund 70 Bürger waren zur „Jörgisgmoa“ in die „Post“ gekommen, wo Kämmerin Andrea Wolf die Finanzlage vortrug.

Verspätete „Jörgisgmoa“

Ein neuer Patron und einige Fragen in Raisting

Wohnungsbau ist das große Thema der nächsten Jahre in Raisting. Doch auch die Mülltrennung, der Schutz vor Mobilfunkstrahlung und die Sicherheit von Radlern wurden in der verspäteten „Jörgisgmoa“ angesprochen.

Raisting – Nachdem die nach dem Namenstag des heiligen Georg benannte „Jörgisgmoa“ wegen der Corona-Pandemie von April auf Oktober verschoben wurde, hat sie einen neuen Patron bekommen. Der am 7. Oktober 1762 verstorbene heilige Georg von Augsburg ersetzte somit den Drachentöter, erklärte Landrätin Andrea Jochner-Weiß in ihrem Grußwort den rund 70 Besuchern, die am Donnerstagabend in den Gasthof zur Post gekommen waren.

Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum war ein zentrales Thema im Bericht von Bürgermeister Martin Höck. Dieser soll im Bereich der Bebauungspläne „Hartweg/Wiesenweg“ und „Nähe Pähler Straße“ sowie auf dem gemeindeeigenen Grundstück nördlich der Kirche entstehen. Zu den Problemen in Raisting zählen laut Höck das Parkverhalten („geparkt wird überall“, wodurch Fußgänger und Rettungsdienste behindert würden), die Radwegeverbindung nach Dießen („westlich der Bahn ist nichts zu machen“) und die illegale Müllentsorgung in der Landschaft und in Altpapiersäcken. Bei der nächsten Papiersammlung sollen falsch befüllte Säcke liegengelassen werden. „Dann sieht das der Nachbar auch“, so Höck: „Es ist nicht alles schön bei uns“, kommentierte er entsprechende Fotos, „da haben wir noch Potenzial.“

Kämmerin Andrea Wolf informierte über die finanzielle Lage der Gemeinde, die Anfang 2020 knapp 2,2 Millionen Euro Schulden hatte, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 928 Euro entspricht. Die Gewerbesteuer sei bisher nicht eingebrochen, doch sei nicht vorhersehbar, wie es im vierten Quartal weitergeht.

Ein Bürger hatte zwei Anträge gestellt. Eine schriftliche Umfrage solle ermitteln, ob sich nach der Einführung der neuen Mobilfunkfrequenz 5G – ein Sender ist auf dem Funkturm installiert worden – bei Betroffenen gesundheitliche Beschwerden zeigten. Höck sicherte zu, das Thema im Gemeinderat zu besprechen. Außerdem forderte der Antragsteller, der Gemeinderat solle sich von der Einstimmigkeit bei Beschlüssen verabschieden und das Votum der einzelnen Räte sollte öffentlich gemacht werden. Gemeinderat Christoph Adolphs schlug ihm vor, die Sitzungen des Rat selbst zu besuchen.

Ein Bürger regte an, die Geschwindigkeit auf der Straße nach Dießen zum Schutz der Radfahrer auf 70 Stundenkilometer zu begrenzen. Laut Höck wurde das bereits bei einer Verkehrsschau diskutiert, die Gemeinde könne es aber nicht allein entscheiden. Eine Besucherin erkundigte sich nach der Strahlenbelastung in den Schulzimmern. Sie regte an, die Computer mit Kabeln zu verbinden. Laut Höck gibt es in der Schule W-Lan, dieses werde aber bei Nichtbenutzung abgeschaltet.

Alfred Schubert

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