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Radom als Filmkulisse und Influencer-Spot?

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Bestens geeignet für einen Science-Fiction-Film: Die Antenne des Radoms ist zwar wieder bestens geschützt unter einer neuen Traglufthülle verschwunden – futuristisch sieht das Denkmal dennoch immer noch aus.
Bestens geeignet für einen Science-Fiction-Film: Die Antenne des Radoms ist zwar wieder bestens geschützt unter einer neuen Traglufthülle verschwunden – futuristisch sieht das Denkmal dennoch immer noch aus. © Landratsamt/Archiv

Mehrere Tage lang ging der Kreistag in Klausur, um die inhaltlichen Weichen für die Arbeit der kommenden Jahre zu stellen. Wir stellen die wichtigsten Vorhaben im Rahmen einer Serie vor. Heute: die Radom Raisting GmbH.

Landkreis – „Der Kreistag bekennt sich zur Verantwortung des Landkreises für das Radom Raisting als Denkmal nationaler Bedeutung“ – mit diesem Satz beginnt der Beschluss zur Zukunft des Radom, den der Kreistag in seiner Klausursitzung erarbeitet hat. Und dieser Satz hat es in sich. Denn damit wird indirekt ein Schlussstrich unter eine jahrelange Debatte gezogen. Immer wieder war im Kreistag gesagt worden, dass das Radom als Denkmal nationaler Bedeutung einfach eine Nummer zu groß (und zu teuer) für einen einzelnen Landkreis sei. Immer wieder war vorgeschlagen worden, ernsthafte Vorstöße zu unternehmen, das Land dazu zu bewegen, das Radom zu übernehmen und in Zukunft zu betreuen. Davon ist im Klausurbeschluss allerdings keine Rede mehr.

Stattdessen wird ein relativ detaillierter Fahrplan für die kommenden Jahre vorgegeben. An Punkt eins steht dabei der Substanzielle Bestandserhalt der historischen Antenne 1 des Radoms. Hierfür hatte die Bundesregierung heuer schon eine erhebliche Fördersumme bereitgestellt.

Knipsen vorm Radom

Weiter soll der Energiebedarf und die Energieversorgung des Denkmals optimiert werden. Denn die Heiz- und Stromkosten gehen nach wie vor ordentlich ins Geld, obwohl Radom-Geschäftsführer René Jakob seit Jahren nichts unversucht lässt, die Kosten zu senken (wir berichteten). Zudem soll das vorhandene Archivgut in den kommenden Jahren digitalisiert werden.

Eine entscheidende Bedeutung hat die Erschließung weiterer Einnahmemöglichkeiten. Denn der Landkreis investiert jährlich erhebliche Summen in Erhalt und Betrieb des Radoms. Denkbar wären nach Ansicht des Landkreises Nutzungen für Filmkulissen, Influencer und touristische Besucherangebote. Wobei man gedanklich hinter den ersten beiden Punkten ein Fragezeichen notieren kann.

Projektionen auf die Innenhülle

Science Fiction-Filme, in denen das Radom gut zu Geltung kommen könnte, werden in Deutschland eher seltener gedreht. Und Influencer aus Instagram lassen sich in der Regel eher bezahlen, um Werbung für Produkte zu machen, als das sie Geld dafür zahlen, sich vor dem Radom knipsen lassen zu dürfen.

Am Ende geht es also darum, mehr Besucher ins Radom zu locken und durch die Eintrittsgelder die Finanzierungslücke zu schließen. Dazu wurde bereits vor geraumer Zeit eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Immer mal wieder dringen daraus Details durch. So spielt man offensichtlich mit dem Gedanken, an die Innenseite der nagelneuen Hülle Großflächenprojektionen zu werfen, auch eine Dauerausstellung zur Mondlandung wurde bereits diskutiert (wir berichteten).

Wintersturm sorgte für Verzögerungen

Das würde den möglichen Besucherkreis natürlich weit über den bisherigen Rahmen hinaus erweitern. Doch selbst der Kreistag wurde noch nicht in öffentlicher Sitzung über die Machbarkeitsstudie informiert, das seit Monaten vom Landkreis als geheime Verschlusssache behandelt wird.

Das soll sich laut dem Klausurbeschluss allerdings nun demnächst ändern. Die Studie soll den Kreisgremien vorgestellt werden. Diese würden dann den Umfang der Umsetzung der vorgestellten Maßnahmen beschließen und die dafür notwendigen Gelder beschließen.

Die Umsetzung hatte sich zuletzt stark verzögert, weil ein Wintersturm Anfang 2020 die Traglufthülle des Radoms zerstört hatte (wir berichteten). Planung, Produktion und Montage der Ersatzhülle nahmen fast zwei Jahre in Anspruch. Glücklicherweise war das Unglück für den Landkreis allerdings nicht mit weiteren Kosten verbunden – die Versicherung hatte die Reparatur übernommen.

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