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Radom in Raisting: Bekommt das Denkmal eine Riesen-Leinwand? – Konkrete Pläne vorgestellt

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Ein riesiges, 150 Meter langes Projektionsband rund um die Antenne soll genutzt werden, um Filme und Fotos zu präsentieren.
Ein riesiges, 150 Meter langes Projektionsband rund um die Antenne soll genutzt werden, um Filme und Fotos zu präsentieren. ©  RADOM RAISTING GMBH, MBS; QUELLE: TAMSCHICK MEDIA + SPACE GMBH

Die Machbarkeitsstudie zur künftigen Nutzung des Radoms in Raisting ist im Kreistag vorgestellt worden. Das Ziel ist klar: Mehr Besucher sollen das einzigartige technische Denkmal erleben.

Landkreis – Eigentlich sollten die Planungen schon deutlich früher vorgestellt werden. Doch dann kam Sturmtief „Sabine“ im Winter 2020 und wehte nicht nur die Traglufthülle des Radoms davon, sondern auch alle Planungen über den Haufen. Mittlerweile hat die Satellitenschüssel wieder ein schickes neues Mützchen und man kann sich wieder den Überlegungen widmen, wie man das „Denkmal nationaler Bedeutung“ so präsentieren kann, dass mehr Menschen als bisher zu Besuch kommen.

Eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben. Und nachdem die Ergebnisse jahrelang unter Verschluss blieben, stellte sie jetzt der Geschäftsführer der Radom Raisting GmbH, René Jakob, im Kreistag vor. „Wir haben eine große Themenvielfalt und viel freie Fläche zur Verfügung“, sagte er. Das seien Pfunde, mit denen man wuchern könnte. Allerdings schränkte er gleich wieder ein: „Wir wollen den Innenbereich rund um die Antenne keinesfalls wieder so vollstellen, wie er damals war, als wir das Denkmal übernommen haben.“

Pläne für Radom in Raisting vorgestellt: 35 000 Besucher sollen jährlich zum Denkmal gelockt werden

Jakob stellte auch klar, was bislang fehlt im Radom: Ein Foyer mit einem Empfangsbereich, geeignete Toiletten, ein Zugang über die Rampe, damit die Besucher nicht mehr wie bislang über die Straße zum Denkmal laufen sollen.

Prinzipiell hatte der Kreistag die Auswahl zwischen drei verschiedenen Varianten. Die Minimalvariante würde im weitesten Sinne dem heutigen Zustand entsprechen. Hier prognostizieren die Experten rund 25 000 Besucher pro Jahr. Die mittlere Variante, für die sich am Ende der Kreistag entschied, hat schon deutlich mehr zu bieten. So sollen auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern ein Empfangsbereich, sanitäre Anlagen und ein Foyer errichtet werden.

In der Schleuse soll die Besucher in Zukunft ein Zeitstrahl über die Geschichte des Radoms überraschen.
In der Schleuse soll die Besucher in Zukunft ein Zeitstrahl über die Geschichte des Radoms überraschen. © Ein riesiges, 150 Meter langes Projektionsband rund um die Antenne soll genutzt werden, um Filme und Fotos zu präsentieren.

Die heute recht schmucklose Schleuse soll zum Erlebnisbereich mit einem Zeitstrahl zur Radom-Geschichte umgebaut werden. Dort sollen auch einige wenige, aussagekräftige Exponate präsentiert werden. Im Inneren der Kugel sollen auf einer riesigen, rund 150 Meter langen Projektionsfläche spezielle Filme und Bilder präsentiert werden. Dazu soll ein Laser die Sendeleistung der denkmalgeschützen Technik visuell erlebbar machen. Diese Variante sei gut, um jährlich etwa 35 000 Besucher in das Denkmal zu locken, so der Geschäftsführer weiter in seinem Vortrag.

Die ganz große Variante, bei der die gesamte Hülle für eine riesige Projektionsfläche genutzt wird und ein aufwändiger Anbau geplant ist, barg den Mitgliedern des Kreistags dann zu große Kostenrisiken. Hier waren 45 000 Besucher vorberechnet worden.

„Radom goes Öko“: Heizung und Stromversorgung sollen neu gedacht werden

Nun soll für 80 000 Euro, die zu großen Teilen über Fördermittel finanziert werden, eine Vorplanung mit genauer Kostenschätzung in Auftrag gegeben werden. Dann muss der Kreistag darüber entscheiden, ob das Projekt tatsächlich angegangen werden soll.

Parallel dazu verfolgt man das Thema „Radom goes Öko 2.0“, wie es Jakob nannte. Das Denkmal ist heute eine Energieschleuder, große Einsparungen sind kaum mehr möglich. „Wir verlieren auf den 300 Metern Fernwärmeleitung rund 30 Prozent Energie“, so der Geschäftsführer. Deswegen sollen Heizung und Stromversorgung völlig neu gedacht werden.

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Auf dem Grundstück des Radoms soll eine 5500 Quadratmeter große PV-Anlage errichtet werden. Im Sommer, wenn sie viel Strom produziert und im Denkmal wenig benötigt wird, nimmt ein benachbartes Unternehmen die Energie ab. Im Winter soll in Zukunft eine Wärmepumpe dafür sorgen, dass im Radom nichts einfriert. Der dafür nötige Strom werde dann laut Jakob von der Firma geliefert, die man im Sommer mit dem Radom-Sonnenstrom beliefert.

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