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Mehr als 100 Paare wollen Florian Heinrizi (l.) und Stephan Drexl heuer verkuppeln. 

Raistinger Betteltanz am Kirchweihmontag

Wieder auf Brautschau

Der Raistinger Burschenverein verkuppelt wieder Paare beim Betteltanz am Kirchweihmontag. Die Ruatnbuam  sind heuer „Wiederholungstäter“.

Raisting – Alljährlich am Kirchweihmontag treffen sich in Raisting ledige Madln und Burschen, um sich der Gaudi halber für einen Tag mit einem unbekannten Partner verkuppeln zu lassen und im Tanzsaal in Dirndl und Lederhosen gesellige Stunden zu verbringen. Damit der traditionelle Betteltanz des Burschenvereins auch in diesem Jahr – am Montag, 16. Oktober – veranstaltet werden kann, ließen sich Florian Heinrizi (28) und Stephan Drexl (24) ein zweites Mal breitschlagen, die Tanzveranstaltung im Gasthof „Zur Post“ zu organisieren.

Es kam in der jüngeren Veranstaltungsgeschichte nur äußerst selten vor, dass Ruatnbuam – so nennt man die Organisatoren der seit Generationen durchgeführten Veranstaltung – den Betteltanz mehr als einmal organisieren. Schließlich sollen möglichst viele ledige Burschen aus Raisting die Gelegenheit bekommen, die ehrenvolle Aufgabe zu übernehmen. Diesmal war das Häufchen lediger Burschen, die sich zur Ruatnbuam-Wahl traf, jedoch sehr übersichtlich. Und weil ihre Erinnerung an die Organisation ihres ersten Betteltanzes vor zehn (Heinrizi) beziehungsweise zwei (Drexl) Jahren sehr positiv war, legen sie sich nun erneut ins Zeug und betteln Madeln und Burschen aus der Region zusammen, die sie vorab auf dem Papier und schließlich im Post-Saal zu Paaren vereinen.

Allein die Liste ihrer Vorgänger von 2016 bietet Unterstützung. Darauf sind Namen, Alter, Wohnort und Größe notiert. Und so tummeln sich der CNC-Fräser und Hobby-Fußballer Florian und der Außendienstler und Gastwirtssohn Stephan – die in diesem Jahr beide zum achten Mal am Betteltanz teilnehmen – mehrmals wöchentlich auf Festen, um junge Damen von ihrer Mission zu überzeugen.

Früher war es die Brautschau, heute ist es meist der Unterhaltungswert, der die jungen Leute zum Mitmachen bewegt. Vor allem Mädchen ab 16 Jahren gilt es von der bevorstehenden Gaudi zu überzeugen. Bei den Burschen haben die Ruatnbuam meist ein leichtes Spiel. Sie fahren abends durch die Straßen und klingeln an Haustüren, um sie persönlich einzuladen. Da passiert es schon mal, dass sie sich bei den Nachbarn erklären müssen, wenn sie an mehreren Häusern an Türschildern nach Namen suchen. Doch das tun sie gerne, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen.

Heinrizis Vater war dreimal Ruatnbua. Doch für ihn ist nach diesem Mal Schluss, sagt er. Obwohl er begeistert erzählt, wie faszinierend es für ihn war, den Drexl-Saal zu betreten, in dem sich die Mädchen treffen und warten, von den Ruatnbuam und den Oberhauser Musikanten abgeholt und durchs Dorf in den Gasthof „Zur Post“ zu ihren Partnern geführt zu werden. Doch auch an eine Panne erinnert er sich. Den Kassierern ist die Verkuppelungsaktion am Eingang wohl zu langsam gegangen. Sie haben den Ruatnbuam die erstellten Listen mit den Paaren abgenommen, anschließend wurden die Paare nach Gefühl zusammengestellt.

Drexl erinnert sich beim Rückblick auf den Job als Ruatnbua gerne daran, dass der Regen aufhörte, als die Mädchen zum Post-Saal marschierten und dass alle gekommen sind, die vorher zugesagt hatten. Sollte es mal anders sein, dann ist jedes Jahr vorgesorgt. Einige Burschenvereinsmitglieder sind im Stand-by-Modus!

Beim Betteltanz zahlen die Burschen für die Mädchen den Eintritt und die Mädchen für ihre Partner den Wein am Nachmittag und das Abendessen. Am Nachmittag ist Damenwahl. Am Abend zahlen die Burschen und dürfen alle zum Kirchweihtanz kommen.

Betteltänzer gesucht

Betteltänzer können sich bei Stephan Drexl unter Telefon 0151/64408344 und Florian Heinrizi, Telefon 0176/64953131, anmelden. Die Madln treffen sich um 13 Uhr beim Drexl, die Burschen um 13.30 Uhr im Gasthof „Zur Post“.

Petra Straub

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