Rathaus-Anbau zurückgestellt

Peißenberg - Die Mitarbeiter der Gemeindewerke leiden unter beengten Raumverhältnissen. Doch die Planung für einen Rathaus-Anbau wurde nun zurückgestellt. Ein andere Idee soll geprüft werden.

Seit mehr als zwei Jahren wird wegen der beengten Büroraumsituation bei den Peißenberger Gemeindewerken nach einer Lösung gesucht, bislang aber drehten sich die Planungen nur im Kreis. Erst war von einem Anbau am Rathaus die Rede, dann vom Kauf des ehemaligen BHS-Bürohauses in der Bergwerkstraße, es folgten Überlegungen, anderweitig Büroräume anzumieten - schließlich wurde im Zuge eines „Empfehlungsbeschlusses“ des alten Marktrats wieder auf die Anbauvariante am Rathaus umgeschwenkt. So weit, so gut. Doch nun hat der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens (KU) den Reset-Knopf gedrückt und die Anbauplanung „auf unbestimmte Zeit“ verschoben.

Zu den Hintergründen: Nach derzeitigem Stand wird der Gemeinderat in seiner Plenumssitzung am Donnerstag, 3. Juli, ein Machbarkeitskonzept für einen Neubau an anderer Stelle respektive für eine Generalsanierung des Bauhofs an der Forster Straße in Auftrag geben. In dem Entwicklungsprozess, der von einer privaten Finanzierungsfirma („KFB Fachberatung für Kommunen“) gesteuert wird, soll nun aber nicht nur der kommunale, sondern auch der gemeindewerkseigene Bauhof integriert und dabei untersucht werden, ob die Gesamtplanung auch Kapazitäten für Büroräume zulässt. „Dann würden wir uns möglicherweise den Anbau am Rathaus sparen“, erklärte CSU-Fraktionschef Walter Wurzinger in der jüngsten KU-Verwaltungsratssitzung: „Lieber stecken wir das Geld in die ,Rigi-Rutsch’n‘.“

Auch Dr. Klaus Geldsetzer plädierte dafür, zunächst die Bauhofplanung über die Bühne zu bringen und zu prüfen, ob nicht „bestimmte Bereiche“ der Gemeindewerke aus dem Rathaus ausgelagert werden könnten: „Ich hätte extreme Kopfschmerzen“, so der SPD-Gemeinderat, „wenn wir neben einem Bauhof gleichzeitig einen Rathausanbau planen würden.“

Aber welche Unternehmensbereiche der Gemeindewerke kämen im Bedarfsfall für eine Auslagerung konkret in Frage? Im Verwaltungsrat wurden die Mitarbeiter aus den technischen Zweigen genannt, die unter anderem mit Dokumentationsaufgaben beschäftigt sind.

Aber die KU-Personalvertretung ist von einer möglichen Auslagerung alles andere als begeistert: „Das wäre sehr schwierig. Unsere Techniker stehen im Austausch mit unseren Kaufleuten und müssen ständig mit ihnen reden“, beschrieb Personalrat Helmut Scheurer die Arbeitsabläufe bei den Werken.

Doch der Einwand stieß im Verwaltungsrat nicht bei jedem Gremiumsmitglied auf Verständnis: „Das nehm’ ich keinem ab, dass das nicht funktioniert. Es gibt doch Telefon und E-Mail“, so Geldsetzer. Bürgermeisterin Manuela Vanni wiederum verwies darauf, dass die Auslagerung der Gemeindewerke in einen neuen Bauhof „ergebnisoffen“ im Rahmen der Machbarkeitsstudie diskutiert werden müsse: „Reine Wunschkonzerte werden aber nicht möglich sein“, so die Rathauschefin.

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