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Die Mentalbäuerin  Elke Pelz-Thaller sprach den Frauen Mut zu. 

Landfrauentag

Raus aus der Opferrolle, rein in die Verantwortung

Dass ein Landfrauentag viel mehr ist, als nett beieinander zu sitzen, erlebten die mehr als 200 Frauen und die wenigen Männer, die in die Weilheimer Stadthalle gekommen waren.

Weilheim –  Wieder einmal waren prächtige Dirndl die das Bild bestimmenden Kleidungsstücke unter den Bäuerinnen, Dorfhelferinnen und in der Landwirtschaft tätigen Frauen, die sich beim Landfrauentag traditionell ein Mal im Jahr einen Tag lang eine Auszeit vom Hofalltag nehmen. Unter anderem der Weilheimer Bürgermeister Markus Loth, sein Huglfinger Kollege Bernhard Kamhuber, der Landtagsabgeordnete Harald Kühn und der Leiter des Veterinäramtes Dr. Konrad Renner zählten zu den Männern, die sich in die Frauenrunde gewagt, zu der auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß gehörte. Der Landfrauentag begann mit einem Gottesdienst, den der Weilheimer Stadtpfarrer Engelbert Birkle zelebrierte. Der Landfrauenchor Pfaffenwinkel unter der Leitung von Andrea Tafertshofer sorgte mit seinem Gesang für besinnliche und stimmungsvolle Momente in der Stadthalle.

Einer der Höhepunkte des Tages, den die Ortsverbände Haunshofen-Bauerbach, Huglfing, Unterhausen, Weilheim und Wessobrunn-Haid gestaltet hatten, war das Referat von Mentalbäuerin Elke Pelz-Thaller, die sich auch als „Seminarkabarettistin“ bezeichnet, zum Thema „Landfrauen tragen Verantwortung“. Gleich zu Beginn ihres Auftritts verdeutlichte die Referentin anschaulich, wie viel Verantwortung eine ganz normale Bäuerin trägt: Sie holte eine der Frauen aus dem Publikum zu sich auf die Bühne und legte ihr für jeden Lebensbereich, in dem sie Aufgaben übernimmt, einen Holzscheit in den Arm. Ruck zuck waren beide Arme voller Holz.

Landwirte und Landwirtinnen müssten lernen, Verantwortung zu übernehmen. Es genüge nicht, brav zu produzieren und über die bösen Verbraucher, die Politik, den Bauernverband und die Probleme, in denen die Landwirtschaft stecke zu jammern. Die Bauern müssten aus ihrer Opferrolle herausfinden, „denn die macht machtlos und handlungsunfähig.“

Die Art, wie über Landwirtschaft in den Medien berichtet werde, die Vermarktung der Produkte und letztlich auch der Erfolg eines landwirtschaftlichen Unternehmens seien Dinge, die sich Landwirte und Landfrauen nicht aus der Hand nehmen lassen sollten. Auch wenn Pelz-Thaller ernste Themen ansprach, es gab viel zu lachen bei ihrem Referat, weil sie immer wieder die deftige Kabarettistin aufblitzen ließ.

Die Idee, die wortgewaltige Mentalbäuerin zum Landfrauentag einzuladen, hatte wieder einmal die scheidende Kreisbäuerin Silvia Schlögel, die in den zehn Jahren ihrer Amtszeit oft für interessante Vorträge und ausgefallene Referenten gesorgt hatte.

Auch Schlögel fand bei ihrer Rede klare Worte: Das Jahr 2016 für die Landwirtschaft ein wirtschaftliches Desaster gewesen. Es gelte, sich besser zu vermarkten, zu exportieren und auch gedanklich neue Wege zu gehen. Mehr Zeit für neue Wege haben nun auch Schlögel und ihre Stellvertreterin Brigitte Albrecht, die ihr Amt ebenfalls nach zehn Jahren abgibt.

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