Die Demonstrationen für den Radweg zwischen Fischen und Dießen haben am Freitag wieder begonnen. Die „Schutzgemeinschaft Ammersee“ lehnt das Ziel der Radler, das auch Herbert Riegger vertritt, entschieden ab. Foto: Gronau

"Schutzgemeinschaft Ammersee" 

Rausschmiss für Radweg-Befürworter

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Die "Schutzgemeinschaft Ammersee" hat ihr Mitglied Herbert Rieger rausgeworfen. Sie stört sich an dessen Engagement für den Radweg an der Birkenallee.

Dass sich ihr Mitglied Herbert Riegger tatkräftig für einen Radweg an der Birkenallee zwischen Fischen und Dießen einsetzt, missfiel der „Schutzgemeinschaft Ammersee“. Kurzerhand wurde der Rentner aus Fischen mit einem 12:1-Votum der Vorstandschaft aus der Naturschutz-Organisation ausgeschlossen. Riegger fühlt sich ungerecht behandelt.

Das Argument, mit seinem Einsatz für den Radweg habe er gegen das Vereinsziel „Förderung des Naturschutzes“ verstoßen, will er nicht gelten lassen. Der Radweg mache nicht nur den Straßenverkehr sicherer, er bringe auch Vorteile für die Natur.

Mit seiner Warnweste mit der Aufschrift „Birken-Allee Radweg Fischen-Dießen“ ist Riegger immer wieder auf der Birkenallee unterwegs, allein im vergangenen Jahr war das über 100-mal der Fall. Dem Vorsitzenden der „Schutzgemeinschaft Ammersee“, Reinhard Grießmeyer, ist das ein Dorn im Auge. Riegger könne „nicht zwei Herren dienen“, sich einerseits öffentlich für den Radweg einsetzen und andererseits der Schutzgemeinschaft angehören, die den Radweg aus Gründen des Naturschutzes ablehnt, so Grießmeyer.

„Der Staat pocht auf die Einhaltung des Naturschutzrechts“, sagt Grießmeyer, der den Vereinsausschluss für gerechtfertigt und satzungsgemäß hält. Der Ausschluss habe aber „nichts damit zu tun, dass jemand eine andere Meinung hat“. Rieggers offensive Werbung für den Radweg könne jedoch nicht toleriert werden. „Es kann Herrn Grießmeyer doch egal sein, ob ich 500- oder 1000-mal mit meiner Warnweste auf der Birkenallee fahre“, hält Riegger dagegen, der auch bereits Politikern gegenüber den Bau des Radwegs gefordert hat. Jetzt vertritt er die Meinung: „Grießmeyer sollte seinen Hut nehmen.“

Mit einem Brief will sich der Rentner nun beim Vorstand der Schutzgemeinschaft über den Vereinsausschluss beklagen. Ob er auch rechtliche Schritte einleitet, ist noch offen. Er sagt: „Ich weiß sowieso, dass ich Recht habe.“ Für die Arbeit der Gemeinschaft hat Riegger noch immer Lob über: für das vom Verein herausgegebene Heft genauso wie für die Vorträge bei den Jahresversammlungen und für das Engagement im Vogelschutz.

Die „Schutzgemeinschaft Ammersee“ ist auch bereits wegen eines Schilfbrandes, den drei ihrer Mitglieder (darunter auch Grießmeyer) ausgelöst hatten, in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Am Samstag, 9. April, hat sie ihre Jahresversammlung. Diese wird allerdings hinter verschlossenen Türen stattfinden – sie ist als nicht-öffentliche Veranstaltung geplant.

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