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Die Strömungsentwicklung an Wehren zeigt diese Grafik. Direkt hinter dem Wehr entsteht eine Wasserwalze, an der Oberfläche fließt das Wasser zurück zum Wehr. Dadurch entsteht ein gefährlicher Sog. Am Boden entwickelt sich mit der Zeit durch Erosion ein Kolk, eine Vertiefung.

Zwei Rettungsringe am Ammerwehr

Gefahr Wasserwalze: „Man weiß nicht mehr, wo oben und unten ist“

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Es sieht so harmlos aus - und ist so gefährlich: das Ammerwehr in Peißenberg. Zwei Rettungsringe sollen im Notfall Leben retten.

Zwei Rettungsringe hängen nun am Peißenberger Ammerwehr. Eine Einladung zum Baden sind sie nicht.

Peißenberg– Mehrere Menschen sind am Peißenberger Ammerwehr bereits in die Wasserwalze geraten – zum Teil mit schlimmen Folgen. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) hat nun reagiert und zwei Rettungsringe besorgt, die der Peißenberger Bauhof vor Kurzem anbrachte – auf jeder Wehrseite einen. Eine Einladung zum Badengehen sind die aber nicht, betont Roland Kriegsch, Leiter des WWA. „Ein Wehr ist kein Aufenthaltsort, wo man sich die Freizeit vertreibt“, sagt er. „Dort spielt man nicht. Und Baden ist auch verboten.“

Denn so harmlos das Gewässer an jener Stelle auch aussieht – es verbirgt sich eine tödliche Gefahr. Auf dem Wehr könne man ausrutschen. Und wer einmal im Wasser steckt, kommt nur schwer wieder heraus. Das haben die Unfälle in der Vergangenheit mehrfach gezeigt. Zuletzt war ein 61-Jähriger beim Versuch, einen Hund zu retten, fast ertrunken.

Wie Kriegsch erklärt, bildet sich hinter einem Wehr immer eine Wasserwalze. Unterirdisch fließt das Wasser flussabwärts, steigt kurz darauf aber auf – und an der Oberfläche wieder zurück zum Wehr. Darin liegt die Gefahr: Kommt der Betroffene überhaupt an die Luft, so zieht es ihn zum Bauwerk und wieder unter Wasser. Ist also jemand in dieser Walze gefangen, müsste er probieren, nach unten zu tauchen und flussabwärts herauszuschwimmen. Das ist aber nicht so einfach, wie es klingt: „In der Walze verliert man die Orientierung“, sagt der WWA-Leiter. „Man bekommt Panik und weiß gar nicht mehr, wo oben und unten ist.“ Es aus eigener Kraft herauszuschaffen, wird so fast unmöglich.

Deshalb hängen nun eben die Rettungsringe bereit – damit sich Helfer im Notfall nicht selbst in Gefahr begeben müssen. „Leider mussten wir feststellen, dass wir die Ringe brauchen“, sagt Kriegsch. „Vielen sind die Gefahren der Anlage nicht bewusst.“

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