In den 40er Jahren: Die Brauerei „Bräuwastl“ in der Schmiedstraße, die über 300 Jahre lang bestand und in der die Weilheimer rauschende Faschingsbälle feierten. Foto: Archiv

Im K&L Ruppert war früher eine Brauerei

Weilheim - Dort, wo heute Kleider, Mäntel und Pullover hängen, wurde früher gezecht und getanzt: Im K&L Ruppert war früher eine legendäre Brauerei.

Im Stammhaus des Modehauses in der Schmiedstraße war früher der „Bräuwastl“, eine über die Stadt hinaus beliebte Wirtschaft, die auch für seine rauschenden Faschingsbälle bekannt war.

Die Brauerei „Bräuwastl“ gab es über 300 Jahre lang in der Schmiedstraße, ab etwa 1680 bis 1986. Die Familie Hipper gründete das Brauhaus, später übernahm es Josef Rott, der auch Geschäftführer von „Schneider Weisse“ in München war, noch später die Familie Vidal. Mitte der 80er Jahre rechnete sich die Wirtschaft nicht mehr - dann kam „K&L“ ins Spiel.

Karl Ruppert eröffnete 1962 sein allererstes Bekleidungsgeschäft am Marienplatz - dort, wo heute „Sparkassen Immobilien“ zu finden ist. „Es war ein kleiner Laden, in dem es ausschließlich Herrenanzüge gab“, erzählt dessen Tochter Susanne Ruppert, die heute Vorstandsvorsitzende ist und ihre ganze Jugend lang im Geschäft half. „Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich im Lager stundenlang Kleiderbügel sortiert habe.“

Der Einsatz der ganzen Familie lohnte sich: Schon bald wurde expandiert. Ruppert zog in ein größeres Geschäft am Marienplatz - dort, wo heute die Parfümerie „Wiedemann“ ist. Später eröffnete das Bekleidungshaus zusätzliche Räume im heutigen „Sport Hapfelmaier“.

Seit 1889 hat „K & L Ruppert“ sein Stammhaus in der Schmiedstraße 15. Auf 3000 Quadratmetern und fünf Ebenen wird Kleidung für Männer, Frauen und Kinder verkauft. Wer heute durch das Kaufhaus geht, kann sich kaum vorstellen, dass hier 300 Jahre lang gebraut, gegessen und gefeiert wurde. Außer, man geht in die Abteilung für Herrenanzüge: „Dort ist das Originalgewölbe der Brauerei erhalten und man kann ein wenig spüren, wie es ausgesehen hat“, sagt Frank Biniek.

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