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22 Schilder auf 400 Metern

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Schilderwald an der Forster Straße. Foto: Ruder
Schilderwald an der Forster Straße. © Ruder

Peißenberg - Wegen des Winterdienstes wurden an der Forster Straße in Peißenberg 22 Halteverbotsschilder aufgestellt. Das sorgt für Unmut unter den Anwohnern.

Für den Winterdienst ist es nicht leicht, es allen recht zu machen. Ist die Straße nicht sofort frei, wird geschimpft. Fahren die Fahrzeuge zu langsam, sind andere Verkehrsteilnehmer schnell genervt. In Peißenberg aber gibt’s aus einem anderen Grund Beschwerden: Dort hat die Straßenmeisterei Weilheim entlang der Forster Straße 22 Halteverbotsschilder auf rund 400 Metern Strecke aufgestellt, um den Winterdienst zu ermöglichen. Werner Haseidl (CSU) übte daran im Gemeinderat Kritik.

Ihn ärgerte, dass die Anwohner nicht über das Aufstellen der Schilder informiert worden waren. „Ich schreibe meine Kunden doch an, wenn sich etwas ändert“, sagte Haseidl, der selbst an der Forster Straße wohnt. Außerdem stört ihn, dass nun Fahrzeuge „durchbrettern“, da sie nicht mehr auf abgestellte Autos Rücksicht nehmen müssen. Und: „Jetzt kann kein Besucher mehr parken.“ Der Gemeinderat befürchtet zudem, dass nun Nebenstraßen zugeparkt werden. „Da will ich sehen, ob dann da noch einer durchkommt“, sagte Haseidl über die Schneepflüge.

Bei Bürgermeisterin Manuela Vanni war die Beschwerde allerdings fehl am Platz. „Das ist nicht unsere Straße“, sagte sie. „Da kann ich keine Auskunft geben.“

Vielmehr hatte das Landratsamt die Anordnung für das Aufstellen der Schilder auf der Kreisstraße gegeben – auf Wunsch von Straßenmeisterei und Polizei. „Der Schneepflug hatte immer wieder Probleme zu räumen, wenn da geparkt wurde“, erklärt Josef Guggemos, Leiter des Straßenverkehrsamtes in Weilheim. Also ging die Erlaubnis an die Straßenmeisterei raus, die Schilder aufzustellen.

Völlig neu ist das Winter-Halteverbot nicht – das hatte es schon früher gegeben. Weil sich die Situation aber „gebessert hatte“ und die Anwohner an schneereichen Tagen die Straße freihielten, „haben wir die Schilder abgebaut“, sagt Klaus Greiner, Leiter der Straßenmeisterei in Weilheim. Keine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Immer wieder standen Fahrzeuge im vergangenen Jahr im Weg, „dann kamen wir mit dem Schneepflug nicht mehr durch“, beschreibt Greiner. „Wir mussten zum Teil außen herum fahren.“ Dann konnte nicht geräumt werden – obendrein kostete es wichtige Zeit für den Winterdienst. „Das können wir uns nicht leisten.“ Zudem sollen die Pflugfahrer geschützt werden. Denn rammen sie ein Auto, „sind sie haftbar“.

Deshalb bat Greiner heuer wieder darum, die Schilder aufstellen zu dürfen. Vor einer Woche schritt die Straßenmeisterei zur Tat. Dass es auf der kurzen Strecke 22 Hinweise braucht, erklärt Greiner so: „Es muss bei jeder Einmündung ein Schild stehen.“ Er kann obendrein den Vorwurf nicht verstehen, dass die Betroffenen nicht informiert worden waren: „Ich kann nicht bei jedem verkehrsrechtlichen Vorgang die Anwohner fragen.“

Mit der Einschränkung leben müssen die Menschen an der Forster Straße bis Ende März. Bis dahin gilt das Halteverbot. Und das soll konsequent durchgesetzt werden: „Jetzt haben wir die rechtlichen Möglichkeiten. Wenn da ein Auto steht, rufen wir die Polizei, und es wird abgeschleppt“, betont Greiner.

Das Straßenverkehrsamt erwägt, die Schilder im Bereich der Bushaltestelle auch in den warmen Monaten stehenzulassen, bestätigt Guggemos: „Es ist ein Problem, dass Kinder durch parkende Autos dort nicht gesehen werden können.“ Ob ein dauerhaftes Halteverbot in diesem Bereich sinnvoll ist, „muss geprüft werden“.

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