Ein schlechtes Jahr für Weilheims Kinos

Weilheim - 2013 war ein mieses Jahr für die Weilheimer Kinos: Es gab einen gewaltigen Besuchereinbruch. Neben vielen Flops gab es aber auch Filme, die die Erwartungen sprengten.

„2013 war ein schwieriges Jahr“, sagt Roswitha Zellner, die das „Trifthof-Kinocenter“ in Weilheim leitet. Genaue Zahlen hat sie nicht, aber: „Es gab viel weniger Besucher als 2012.“ Vier Monate im Frühjahr und Sommer seien sogar eine „richtige Katastrophe“ gewesen. „Da haben wir wirklich gedacht: Wenn’s so weitergeht, sperren wir zu.“ Zellner glaubt, das miese Geschäft lag daran, dass 2013 einfach viele nicht besonders gute Filme kamen. „Da sind wir dann machtlos“, meint sie - und hofft, dass 2014 wieder mehr Kassenschlager dabei sind.

Auch das kleine Programmkino „Starlight“ in Weilheims Innenstadt zog 2013 weniger Besucher an als 2012. „20 Prozent weniger werden es schon gewesen sein“, schätzt Betreiber Georg Werner. Die Ursache sei das Ende der Ära des 35-Millimeter-Films gewesen, das 2013 endgültig eingeläutet wurde. Zwar verabschiedete sich auch Werner 2013 von den 35-Millimeter-Rollen, doch erst seit drei Wochen werden die Filme im „Starlight“ digital gezeigt. „Davor konnte ich einige Filme, die ich gern gehabt hätte, nicht zeigen, weil sie auf 35 Millimeter nicht verfügbar waren“, erklärt er. Das Umrüsten auf Digital sei für ihn eine große Investition gewesen, die er nur dank staatlicher Förderung stemmen konnte. „Aber jetzt kann ich wieder alles zeigen“, freut er sich.

Obwohl 2013 kein super Kinojahr war, gab es doch einige Filme, die die Erwartungen sprengten. Im „Starlight“ war das - wer hätte es gedacht - ein Dokumentarfilm über Bienen. „Das ist wirklich erstaunlich“, sagt Werner. „More than honey“ heißt der Film, der 2013 im „Starlight“ für einen fast durchweg vollen Kinosaal gesorgt hat.

Literaturverfilmungen wie „Nachtzug nach Lissabon“ und „Der große Gatsby“ waren im „Starlight“ ebenfalls erfolgreich. Mehr versprochen hatte sich Georg Werner dagegen von der Biografie „Hitchcock“ mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle - „deutschlandweit ein großer Flop“, sagt er. Auch „Frauensee“ von Regisseur Zoltan Paul, einem Ex-Pollinger, interessierte nicht viele.

Im „Trifthof-Kinocenter“ floppte zum Beispiel der Thriller „Gravity“ mit Sandra Bullock und George Clooney sowie „Rush“ mit Daniel Brühl als Rennfahrer Nicki Lauda. Ein Film allerdings hebt den Schnitt in der ansonsten schlechten Bilanz des „Trifthof-Kinocenter“ gewaltig: Die deutsche Komödie „Fack ju Göhte“, die derzeit noch läuft. „Der Film hat Zahlen, das ist der Wahnsinn“, sagt Roswitha Zellner. „Wir haben uns sogar kurzfristig entschieden, ihn noch länger zu zeigen.“

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