+
Begeistert von seinen Tieren: Hans Reich möchte den Auftritt in Scharnitz richtig genießen.

Hans Reich und seine Schlittenhunde

Hans Reich bei Schlittenhunde-WM

  • schließen

Peißenberg - Unverhofft kommt oft: Der Peißenberger Hans Reich hat sich mit seinen Huskys überraschend für die Weltmeisterschaft in Scharnitz qualifiziert.

Zugegeben, Hans Reich konnte es selbst nicht glauben. Damit, dass er noch einmal eine Schlittenhunde-Weltmeisterschaft miterleben darf, hat der Peißenberger nicht gerechnet. Der Auftritt im vergangenen Jahr in der Schweiz sollte der letzte internationale für ihn und seine Huskys werden. Von wegen. Reich tut’s noch einmal. Von Freitag bis Sonntag, 20. bis 22. Februar, steht er bei der WM im österreichischen Scharnitz erneut an der Startlinie – es wird seine neunte WM. Zwei vierte Plätze bei Qualifikationsrennen in Unterjoch und Inzell sowie ein weiterer vierter Platz bei der deutschen Meisterschaft in Frauenwald (Thüringen) machen’s möglich. „Das hat ausgereicht, dass ich noch reingerutscht bin. Das hat mich selbst überrascht“, gibt der 63-Jährige zu.

Aber es macht ihn glücklich. Stolz. Am Mittwoch reiste er mit seinen zehn Hunden nach Tirol. Eigentlich bräuchte er nur acht Huskys für das Gespann. „Da sind zwei Rentner darunter, die nehmen wir immer mit“, sagt er. Die 13 Jahre alten Hunde wollen er und seine Frau nicht einfach daheim lassen, wenn’s zum Wettkampf außer Haus geht.

Die Arbeit vor dem Schlitten aber machen die jüngeren Tiere – sie sind zwischen acht und achteinhalb Jahren alt. Und bestens drauf, versichert Reich. „Ich bin total begeistert von ihnen. Wenn sie das machen, was sie können, dann wird’s eine wundervolle WM“, schwärmt der Peißenberger. Er spricht dabei nicht von vorderen Platzierungen oder Rekorden – die werden sich wohl andere unter den 240 Teams und über 2000 Hunden sichern. Reich geht’s vielmehr um den Genuss, mit dem Gespann inmitten des Trubels über den Schnee zu rauschen. Mit ordentlich Geschwindigkeit: Rund 40 Stundenkilometer schaffen die Huskys in der Spitze, im Schnitt sind es rund 28 bis 30 Kilometer pro Stunde.

Das braucht Training. Seit September bereiten Reich und seine Frau ihre Truppe darauf vor. Anfangs zogen die Tiere zweimal in der Woche den Wagen mit Rädern durch die Umgebung Peißenbergs. Im Oktober waren es dann schon vier Trainingseinheiten in der Woche. „Aber nicht in der Nacht oder in der Dämmerung“, betont Reich, der zudem darauf achtet, auf den Wegen zu bleiben und die Tiere immer am Wagen oder an einer Leine befestigt zu haben. So ist das mit den Jägern abgesprochen. Und so klappt das seit 25 Jahren einwandfrei. „Da gab’s noch nie Ärger“, sagt Reich.

Stattdessen viel Freude. Huskys großzuziehen und den Hundeschlittensport auszuprobieren „war die beste Entscheidung. Das ist einfach wunderschön“, schwärmt der Peißenberger, der am Dachauer Josef-Effner-Gymnasium arbeitet und 2016 in Ruhestand geht. So, wie es dann wohl auch seine Hunde tun werden. „Wir wollen es auslaufen lassen“, sagt er. Zwar kann er sich auch im nächsten Winter noch Rennen vorstellen – dann aber nicht mehr auf der internationalen Bühne.

Also gilt es, in Scharnitz noch einmal Gas zu geben. Er und seine Frau „möchten einfach drei wunderschöne Tage mit den Hunden verbringen“ und – vermutlich – zum letzten Mal die WM-Luft „einatmen“.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

War kurz abgelenkt: Audi-SUV-Fahrer kracht in Familien-Van mit Jugendlichen an Bord - Großeinsatz auf A95
Ein schwerer Unfall hat sich auf der A95 zwischen Penzberg und Iffeldorf ereignet. Offenbar wollte ein Audi-SUV-Fahrer gerade das Innenlicht anmachen - und passte kurz …
War kurz abgelenkt: Audi-SUV-Fahrer kracht in Familien-Van mit Jugendlichen an Bord - Großeinsatz auf A95
Arzt mit deutlicher Warnung vor besorgniserregender Krankheitswelle: „Dunkelziffer extrem hoch“
Eine Krankheit, die deutlich gefährlicher ist als Corona, ist im Landkreis angekommen. 301 nachgewiesene Fälle wurden gemeldet. Die Dunkelziffer ist wohl ungleich höher, …
Arzt mit deutlicher Warnung vor besorgniserregender Krankheitswelle: „Dunkelziffer extrem hoch“
Umkleidekabinen: TSV Peißenberg verfolgt Wunschplan
200 000 Euro hat die Marktgemeinde Peißenberg in ihrem laufenden Haushalt als Zuschuss für den Bau von neuen Umkleidekabinen reserviert – zumindest vorbehaltlich. Der …
Umkleidekabinen: TSV Peißenberg verfolgt Wunschplan
Umfahrungspläne für Weilheim: Herbe Kritik aus Wielenbach
Gegen die geplante Ortsumfahrung für Weilheim kommt nun herbe Kritik aus dem Nachbarort Wielenbach. Laut Bürgermeister Korbinian Steigenberg würde die „Ortsferne …
Umfahrungspläne für Weilheim: Herbe Kritik aus Wielenbach

Kommentare