Herrschaftliches Anwesen: Schloss Hirschberg bei Weilheim, in dem bis zum Jahr 2000 der BND seine Nachwuchs-Agenten schulte. Dann ging es in Privatbesitz über. Foto: MZV-Archiv

Das Schloss als Schönheitsklinik

Weilheim - Mussolini wohnte dort, der BND schulte dort seine Agenten, nun wird für Schloss Hirschberg ein weiteres Kapitel aufgeschlagen.

Schloss Hirschberg am Haarsee bei Weilheim ist ein hochherrschaftliches Anwesen mit bewegter Vergangenheit. Jetzt soll dort neues Leben einziehen: Aus dem um 1907 errichteten Anwesen soll eine Schönheitsklinik werden.

Der Stadt Weilheim liegt ein entsprechender Antrag der in München beheimateten Schönheits-Praxis „Villa Bella“ vor, die in dem auf einer Anhöhe am See liegenden Schloss eine chirurgische und plastisch-chirurgische Klinik einrichten möchte und wissen möchte, ob das überhaupt möglich wäre. Grund: Das unter Denkmalschutz stehende Schloss müsste dazu umgebaut und erweitert werden.

Schloss Hirschberg befindet sich in Privatbesitz, nachdem der Bundesnachrichtendienst (BND) das abgeschieden im Wald an einem See liegende Anwesen nach rund 40-jähriger Nutzung im Juli 2000 aufgegeben hatte und das Bundesvermögensamt das Jugendstiljuwel mit seinen rund 1300 Quadratmetern Nutzfläche mehrfach auf Immobilienportalen angeboten hatte.

Schloss Hirschberg, von der Familie von Hirschberg vor dem ersten Weltkrieg nach allen Regeln der Kunst erbaut, wurde ab 1924 vermietet. Es diente während des 3. Reichs ab 1943 als Gästehaus des Reichsaußenministeriums und damit kurzfristig im Herbst 1943 als Domizil des italienischen Duce Benito Mussolini und später des ungarischen Reichsverwesers Nikolaus von Horthy.

Ab 1947 war in dem Schloss eine Spätberufenenschule der Salesianer, 1953 ging es in den Besitz der BRD über, 1960 zog der Bundesnachrichtendienst dort mit einer Schulungsstätte ein.

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