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Das Gutachten stellte Gino Meier (r.) Bürgermeist er Michael Bernwieser (l.) und den Ratsmitgliedern vor.

Beschluss nach kontroverser Debatte

Mögliche Standorte für Supermarkt in Seeshaupt sollen untersucht werden

Um einen neuen Supermarkt nach Seeshaupt zu holen, will die Gemeinde geeignete Standorte näher untersuchen lassen. Das haben die Ratsmitglieder mit einer Stimmenmehrheit von 10:6 beschlossen.

Seeshaupt – Die Debatte verlief kontrovers und teilweise recht emotional. Wie berichtet, waren bei der Bürgerversammlung 160 Unterschriften für einen neuen Markt überreicht worden, worauf die Gemeinde die Münchner Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) mit einem detaillierten Gutachten beauftragte. Zur aktuellen Situation in Seeshaupt wurden die ortsansässigen Händler und 1800 Haushalte interviewt. Die Fragen in der Dorfzeitung beantworteten 723 Bürger, was einer Rücklaufquote von rund 40 Prozent entspricht.

Daraus entwickelte die GMA eine Analyse, die Gino Meier dem Ratsgremium vorstellte. Dass die Nahversorgung verbessert werden könnte, hatten 71 Prozent der Befragten angegeben. Diesem klaren Auftrag müsse die Kommune folgen, meinten die Befürworter eines neuen Marktes in der Diskussion. Andere Ratsmitglieder befürchten dagegen, ein größerer Vollsortimenter werde den Einzelhändlern schaden.

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„Die Hälfte der Kaufkraft fließt aus Seeshaupt nach Weilheim und anderen Umlandgemeinden ab“, sagte Meier. Trotz des „Edeka“-Marktes gebe es noch erhebliches Verkaufsflächenzusatzpotenzial von rund 1000 Quadratmetern. Laut Meier ist der „Edeka“ in der Ortsmitte nicht mehr zeitgemäß, weil er kleiner als 400 Quadratmeter ist und keine ausreichenden Parkmöglichkeiten hat.

Gerüchte über Schließung des „Edeka“-Markts in Seeshaupt

Deshalb gibt es immer wieder Gerüchte über eine baldige Schließung, zu denen Betreiber Florian Zahn gegenüber unserer Zeitung nicht Stellung nehmen wollte. Auf Anfrage sagte Pressesprecher Christian Strauß von „Edeka Südbayern“ jedoch: „Aufgrund unterschiedlicher Veränderungen ist unser Verkaufsstellennetz nicht statisch. Märkte werden modernisiert, verlagert, geschlossen und immer wieder neu eröffnet. Innerhalb unserer Überlegungen spielt auch Sees-haupt eine Rolle.“

Im Gemeinderat zitierte Ulrike Xylander aus dem Leitbild der Gemeinde und wies darauf hin, dass jeden Tag rund 800 Bürger auspendeln. „Die werden ihre Einkäufe auch in Zukunft auswärts erledigen.“ Dagegen sagte Stefan Müller, man müsse das deutliche Votum der Bürger beachten und auf Veränderungen reagieren. Wichtig sei, einen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Haltungen zu finden.

Zu den Kritikern des GMA-Gutachtens zählen Max Amon und Armin Mell, denen Meier entgegnete: „Ich will Ihnen hier nichts verkaufen, sondern lediglich die Fakten darstellen.“ Er nannte Beispiele aus anderen Kommnen, in denen ein Supermarkt dem Einzelhandel keineswegs geschadet habe. Eine große Chance für Seeshaupt sah Bernd Habich: „Wenn künftig nur die Hälfte der Pendler im Ort einkaufen würde, wäre das ein riesiges Potential.“ Schließlich beschloss das Gremium mit 10:6 Stimmen, die GMA mit der Suche nach geeigneten Standorten zu beauftragen.

Peter Stöbich

Mehr zur Debatte über einen neuen Supermarkt in Seeshaupt: Wollen Seeshaupter überhaupt einen Supermarkt?

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