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Nach zwei Jahrzehnten nimmt Pfarrer Mladen Znahor Abschied vom Starnberger See und kehrt in seine kroatische Heimat zurück.

Seelsorger geht in Ruhestand

Abschied vom See nach zwei Jahrzehnten - Pfarrer Mladen Znahor geht

Mit drei Sonntagsgottesdiensten in Bernried, Seeshaupt und Iffeldorf verabschiedet sich Pfarrer Mladen Znahor von rund 4000 Gläubigen, die er zwei Jahrzehnte lang betreut hat. Der 66-jährige Seelsorger geht in den Ruhestand. Er im Oktober von Bernd Reithemann abgelöst.

Seeshaupt – Etwas wehmütig schaut Mladen Znahor von seiner Bank im großen Pfarrgarten hinaus auf den Starnberger See, den er so liebt. Offiziell ist er noch bis Ende August im Dienst, wird zuvor aber noch seinen Urlaub nehmen. „Leicht ist der Abschied nach so vielen Jahren nicht“, sagt er, freut sich aber auch auf die Rückkehr in seine alte Heimat Kroatien, wo noch mehrere seiner sieben Geschwister leben. Im September 2000 war er als Nachfolger von Pfarrer Manfred Mayr nach Seeshaupt gekommen. Mayr war damals für die Pfarrgemeinde Seeshaupt mit der Altgemeinde Magnetsried und St. Heinrich zuständig. 2002 erweiterte sich das Aufgabengebiet um die Pfarreien von Iffeldorf und Bernried; den Pfarreienverband wollte die Diözese Augsburg auflösen und den Ortspfarreien der Nachbargemeinden einverleiben.

„Mit großem Einsatz kämpften alle drei Pfarrgemeinden für den Erhalt“, erinnert sich Znahor. Das Engagement hat sich gelohnt: Die Auflösung wurde abgewendet, der Pfarrsitz im Seeshaupter Pfarrhof konnte erhalten bleiben.

Neben den Hauptpfarreien gehören der Gemeinschaft noch die Filialen Jenhausen, Magnetsried, St. Heinrich, Seeseiten und Nantesbuch an. Bei seiner Arbeit wurde der Seelsorger in Bernried und Iffeldorf von den Ruhestands-Geistlichen Friedemann Fichtl und Gabriel Haf unterstützt. Der bosnische Kroate wusste die Vorzüge des Oberlands sehr zu schätzen, sei es beim Radeln, Skifahren, Schwimmen oder Tennis spielen. Zeitgleich mit seinem 60. Geburtstag konnte er 2014 auch sein 30-jähriges Priesterjubiläum feiern.

Die Entwicklungen und Diskussionen in der katholischen Kirche – Missbrauchsskandale oder die stärkere Einbindung von Frauen – haben dazu geführt, dass es auch am Starnberger See zahlreiche Kirchenaustritte gab. Aufgrund seines großen Zuständigkeitsbereichs wurde die Arbeit in den beiden Jahrzehnten für Znahor aber nicht weniger. Sein letztes wichtiges Projekt, das er auf den Weg gebracht hat, ist die Innenrenovierung der Bernrieder Kirche St. Martin, die kommendes Jahr beginnen soll.

Der Nachfolger Bernd Reithemann hat sich bereits im Seeshaupter Pfarrhof vorgestellt. „Nach elf Jahren als Pfarrer im schwäbischen Offingen freue ich mich, ab Oktober ins Oberbayerische kommen zu dürfen“, sagt er. „Die schöne Gegend ist mir nicht unbekannt, da ich 1991 mein Abitur im Seminar St. Matthias in Wolfratshausen-Waldram gemacht habe.“ Geboren ist Reithemann 1970 in Krumbach und aufgewachsen in Weißenhorn. Nach seinem Abi studierte er Theologie in Augsburg und Wien und wurde 1999 in Augsburg zum Priester geweiht. Es folgten Kaplanstellen in Mering und Neu-Ulm, danach die erste Pfarrstelle in Welden. Seit 2009 ist er als Pfarrer in Offingen tätig.

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