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Das Signal am unbeschrankten Bahnübergang nahe der Lauterbacher Mühle zwischen Seeshaupt und Iffeldorf funktioniert. Das hat die Polizei überprüft. An selber Stelle hatte es am Montag einen schweren Unfall gegeben.

Zwei Frauen mussten hier sterben

Nach dem Bahnunglück von Seeshaupt kommt raus: Die Halbschranke war schon bestellt

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Einen Tag nach dem Zugunglück an einem unbeschrankten Bahnübergang zwischen Seeshaupt und Iffeldorf laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.

Seeshaupt/Iffeldorf – Die Polizei Penzberg schließt einen technischen Defekt aus. „Auf Basis der momentanen Zeugenaussagen gehen wir davon aus, dass das Lichtsignal am Andreaskreuz einwandfrei funktioniert hat“, sagt ein Beamter auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Bei dem tragischen Bahnunglück waren am Montagnachmittag zwei Frauen im Alter von 67 und 83 Jahren ums Leben gekommen (merkur.de berichtete). Sie waren, aus Richtung Lauterbacher Mühle kommend, zur Staatsstraße Iffeldorf-Seeshaupt unterwegs. Beim Überqueren eines unbeschrankten Bahnübergangs übersah die 67-jährige Fahrerin offenbar das Warnsignal am Andreaskreuz. Der Zug krachte in die Beifahrerseite des Autos und schleifte ihn mehr als hundert Meter auf den Schienen mit.

Was den Unfall besonders bitter macht: Schon in wenigen Monaten ist ein Szenario, wie es sich am Montag ereignete, wohl nicht mehr möglich. Bis Herbst des laufenden Jahres plant die Deutsche Bahn im Zuge der Einrichtung eines neuen elektrischen Stellwerks, den Übergang auszubauen. Dies bestätigte gestern ein Sprecher auf Nachfrage.

Eine Halbschranke sowie ein Andreaskreuz, das auf rot schaltet, sobald sich ein Zug nähert, sollen für mehr Sicherheit sorgen. Gleiches ist für den Penzberger Bahnübergang am „Posten 10“ geplant. „Unfälle sind deshalb jedoch nach wie vor nicht auszuschließen“, betont der Bahn-Sprecher. Die Erfahrung zeige, dass sich immer wieder Autofahrer an den Halbschranken vorbeischlängeln und die rote Ampel ignorieren. „Da sind wir dann machtlos.“

Übergang wird demnächst zweispurig

Froh über den baldigen Ausbau ist Seeshaupts Bürgermeister Michael Bernwieser. „Das ist eine gute Sache“, unterstreicht er. Ihm zufolge soll der Bahnübergang zudem künftig zweispurig befahrbar sein. Momentan ist lediglich Platz für ein Auto. Den Tod der beiden Frauen bezeichnet er als „tragisches Schicksal“. Solche Dinge seien zwar schwer zu begreifen, kämen im Leben aber immer wieder vor. Als er von dem Unglück gehört hatte, musste Bernwieser an einen Besuch in der polnischen Partnergemeinde Krzyzanowice denken. Dort halten die Menschen an jedem Bahnübergang aus Prinzip an – egal, ob die Schranke geöffnet ist oder die Ampel auf Grün steht. „Vielleicht wäre so ein Verhalten für die Leute in unserem Land auch ratsam“, sagt er. „Wir verlassen uns schon sehr auf die Technik.“

„Solche Einsätze sind schon heftig für uns alle“

Einer der Ersten am Unfallort war Stefan Hieber. Der Kommandant der Seeshaupter Feuerwehr hatte auch die Einsatzleitung inne. Unterstützt von rund 70 Mann aus Iffeldorf, Penzberg, Sees-haupt und Bernried barg er zwei Stunden lang mit schwerem Gerät die Opfer aus dem zerstörten Auto. Die Bilder bekommt er nur schwer aus dem Kopf. „Solche Einsätze sind schon heftig für uns alle“, sagt er. Als die Arbeit erledigt war, gingen die Feuerwehrleute aus Seeshaupt gemeinsam mit Bürgermeister Bernwieser zum Essen. „Da konnten wir noch einmal in Ruhe über alles sprechen.“ Eine gute Idee, wie sich herausstellte. „Danach ging es uns deutlich besser.“

Der Unfall am Montag war bereits der vierte binnen eines Jahres innerhalb des Landkreises. Sowohl in Peißenberg am Bahnübergang an der Forster Straße (siehe Kasten) als auch zwei am UPM-Übergang in Schongau waren Fahrzeuge mit Zügen kollidiert.

Nach dem Unfalltod der Frauen: Trauer und Bestürzung in Gräfelfing

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