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Nach fünf Jahren gibt es wieder ein Strandbad „Lidl“ in Seeshaupt

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Andi Lidl hat das Strandbad wieder in Betrieb genommen. Er verleiht auch Boote. © foto: schubert

Nach einer Pause von fünf Jahren hat das Strandbad „Lidl“ seinen Betrieb wieder aufgenommen. Es kann auf eine lange Tradition zurückblicken.

Seeshaupt – „Lidl“ ist eine Institution in Seeshaupt. Der älteste Beleg des Namens stammt laut Andi Lidl von 1477, 1560 ist der Name „Lidl“ erstmals im Zusammenhang mit der Fischerei dokumentiert. Seither bestehe die Fischerei unter diesem Namen, sagt Andi Lidl. Nach fünf Jahren Pause hat er eine weitere Familientradition wieder aufgenommen: den Betrieb des „Strandbads Lidl“.

Den Badeplatz gab es bereits im 19. Jahrhundert. „Damals stand die Badehütte im Wasser“, so Lidl über die damaligen Gepflogenheiten, „damit die Badenden direkt von der Umkleide ins Wasser gehen konnten.“ Nackte Haut zu zeigen, sei damals verpönt gewesen.

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Auf der angrenzenden Wiese wurden die Baumwollnetze der Fischerei getrocknet. Heute dient diese Fläche als Liegewiese. Die später an Land errichteten Umkleidekabinen hat Lidl schon 1994 zur Gastronomie umgebaut. Das etwas altmodische Ambiente kommt laut Lidl bei den Besuchern sehr gut an. Einheimische wie Urlauber würden das nostalgische Flair schätzen, das von der einfachen Liegewiese und dem hölzernen Bootshaus ausgeht. Der Eintrittspreis ist mit drei Euro moderat, Jugendliche zahlen die Hälfte und Kinder sind frei. „Sonnenschirme und Liegestühle gibt’s gratis dazu – solange welche da sind“, erklärt Lidl seine Preisgestaltung.

Bei den Booten hat sich Lidl aber doch etwas an den Zeitgeist angepasst. Er hat fünf neue Boote gekauft, drei von ihnen haben elektrischen Antrieb, was sicher den älteren Besuchern entgegenkommt. Für die junge Generation hat er ein Spaßboot mit Baderutsche.

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Die Gaststätte mit Biergarten hat Lidl heuer an die Familie Ledic verpachtet, die die Gäste im Strandbad mit bayerischen Brotzeiten und kroatischen Spezialitäten bewirtet. Die Toiletten in der Gaststätte können weiterhin von den Besuchern des Strandbads benutzt werden.

Die Verpachtung wurde notwendig, „weil die Arbeit sonst nicht zu schaffen wäre“, wie Lidl erklärt. Der Betrieb des Strandbads und der Verleih von Booten und Wassersportgeräten mache während der Saison Arbeit genug, schließlich sei er Fischer und wolle sich wieder mehr Zeit für die Fischerei nehmen. Die Fische will er ab nächstem Jahr selbst verkaufen. Ein Fahrzeug hat er schon, dieses muss er aber noch so umbauen, dass es sich zum Verkauf von Fischen eignet.

Für 2020 plant Lidl auch ein größeres Fest. Das Sees-haupter Fischerstechen, das er ins Leben gerufen hat, wird zum 30. Mal ausgetragen. Vom 17. bis 19. Juli wird gefeiert, Höhepunkt ist das Fischerstechen am Samstag. VON ALFRED SCHUBERT

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