Michael Bernwieser war Bürgermeister in Seeshaupt.
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Michael Bernwieser war Bürgermeister in Seeshaupt.

Ermittlungen gegen Bernwieser laufen

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den ehemaligen Seeshaupter Bürgermeister Michael Bernwieser. Das bestätigten sowohl der amtierende Bürgermeister, Fritz Egold, in der jüngsten Gemeinderatssitzung als auch die Kriminalpolizei Weilheim.

  • Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den Seeshaupter Ex-Bürgermeister Michael Bernwieser
  • Das bestätigten die Kripo Weilheim und der amtierende Bürgermeister Fritz Egold
  • Wegen der laufenden Ermittlungen können weiter keine Angaben gemacht werden

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den ehemaligen Seeshaupter Bürgermeister Michael Bernwieser (PfB). Auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte das ein Kriminalhauptkommissar der Kriminalpolizei in Weilheim: „Es gibt ein Ermittlungsverfahren“, sagte er. Zuvor hatte bereits der amtierende Seeshaupter Bürgermeister, Fritz Egold (CSU), in der jüngsten Gemeinderatssitzung gesagt, dass bei der Staatsanwaltschaft München II ein strafrechtliches Verfahren gegen seinen Vorgänger anhängig sei.

Die Gemeinderäte Georg Leiniger und Stefan Müller, die – wie Bernwieser auch – den „Parteifreien Bürgern Seeshaupt-Magnetsried“ (PfB) angehören, hatten in der Gemeinderatssitzung am Dienstag diesbezüglich eine Anfrage an den neuen Seeshaupter Bürgermeister Fritz Egold gestellt. Dieser las das Schreiben in der Sitzung vor. Die beiden PfB-Gemeinderäte wollten wissen, ob es zuträfe, dass im Zusammenhang mit dem Bürgermeisterwechsel im Frühjahr Akten vernichtet worden seien. Sie bezogen sich auf die Gemeinderatssitzung im Juli, bei der sich ein Bürger im Rahmen der Bürgerfrage-Viertelstunde danach erkundigt hatte, ob die Gerüchte wahr seien, dass Akten geschreddert und Unterlagen aus dem Rathaus verschwunden seien. Der neue Bürgermeister hatte damals auf diese Frage geantwortet: „Als ich ins Rathaus gekommen bin, waren mein Büro und die Festplatte leer.“ Darüber war in dieser Zeitung berichtet worden. Anschließend hatte ein Seeshaupter Bürger Anzeige gegen Bernwieser erstattet.

Dass Büro und Festplatte leer gewesen seien, sei keine Antwort, die der Aufklärung diene, zudem sorge diese Formulierung zu einer Ausweitung des „Verdächtigungsszenarios“, so die Gemeinderäte in ihrer Anfrage in der Oktober-Sitzung. Ob etwas gelöscht worden sei, könne er nicht sagen, sagte der neue Bürgermeister Egold.

Möglicherweise wird diese Frage nun von anderer Stelle beantwortet, denn der ermittelnde Kommissar erschien im Seeshaupter Rathaus, hat den neuen Bürgermeister über die Vorgänge um den Amtswechsel herum befragt und den leeren Computer mitgenommen. „Sobald der Gemeinde ein Untersuchungsbericht vorliegt, wird dieser selbstverständlich dem Gremium mitgeteilt“, sagte Egold dazu in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Weitere Aussagen könne er momentan aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht treffen, um die Arbeit der Kriminalpolizei nicht zu erschweren.

Auch der ermittelnde Kripo-Kommissar sagte, er könne lediglich bestätigen, dass ein Verfahren laufe, aber keine weiteren Angaben machen – auch nicht darüber, in welche Richtung ermittelt wird.

In ihrer Anfrage in der jüngsten Sitzung haben Leininger und Müller zusätzlich zu den Themen „Digitale Sicherheit“ und „Datenschutz“ einen detaillierten Fragenkatalog vorgelegt, mit dem sich jetzt die Seeshaupter Gemeindeverwaltung näher befassen muss. Der Bürgermeister gab allerdings zu bedenken, „dass die Antworten sicherlich nicht öffentlich bekannt gegeben werden sollten.

Peter Stöbich und Kathrin Hauser

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