Filmproduzent Walter Steffen (M.) mit den beiden Akteuren seines neuen Films „Auf Tour z‘Fuaß“, Matthias Schriefl (l.) und Johannes Bär (r.).
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Filmproduzent Walter Steffen (M.) mit den beiden Akteuren seines neuen Films „Auf Tour z‘Fuaß“, Matthias Schriefl (l.) und Johannes Bär (r.).

Neuer Streifen von Walter Steffen

Filmisches Juwel sucht solidarische Spender

Walter Steffen, bekannter oberbayerischer Drehbuchautor, Regisseur und Produzent, hat einen neuen Kinofilm gedreht. „Auf Tour z‘Fuaß“ heißt der Streifen und man kann sich auf das filmische Juwel freuen, denn es ist eine Mischung aus Naturerlebnis, fantastischer Musik und Pilgerreise, gewürzt mit viel Humor und auch philosophischen Gedanken.

Seeshaupt – Im Corona-Sommer 2020 kamen die beiden international bekannten Jazzmusiker Johannes Bär (38) und Matthias Schriefl (40) auf die Idee, eine besondere Konzerttour zu machen, auch resultierend aus der Tatsache, dass alle nationalen und internationalen Auftritte durch die Pandemie abgesagt wurden.

Sie beschlossen, zu Fuß von Andelsbuch im österreichischen Vorarlberg, dem Geburtsort von Johannes Bär, nach Maria Rain in den Allgäuer Alpen – dort ist Matthias Schriefl geboren – zu wandern. Der achttägige, rund 200 Kilometer lange Fußmarsch führte über ca. 8000 Höhenmeter. Keine ganz einfache Wanderung. Aber das wirklich Besondere an dieser Tour war, dass die beiden Ausnahmemusiker in ihren Rucksäcken diverse Musikinstrumente mitnahmen, die auf dem Weg zum Einsatz kamen.

Mit dabei waren sage und schreibe drei Alphörner, ein Akkordeon, zwei Trompeten, ein Flügelhorn und tatsächlich auch eine recht sperrige Bass-Tuba – insgesamt 55 Kilogramm Instrumentengewicht. Werner Steffen wurde von den beiden Musikern zwei Wochen vor ihrem geplanten Start informiert und gefragt, ob er sich nicht vorstellen könnte, einen Film über die Tour zu drehen. Er, als gebürtiger Allgäuer und begeisterter Bergfan, war von der Idee so angetan, dass er spontan seine Zusage gab. „Ich habe danach drei Nächte nicht geschlafen, da ich nicht wusste, wie ich das auf die Schnelle bewerkstelligen sollte“, sagt Steffen. Er holte mit Kameramann Michael Baumberger und Tonmeister Marco Schwarzer zwei hervorragende Mitarbeiter ins Boot. Über 40 Stunden Material kam auf der Tour zusammen, alles musste beurteilt, ausgewertet, geschnitten werden. „Einen Film zu machen ist, wie einen Achttausender zu besteigen“, sagt Steffen, der schon zahlreiche Streifen produziert hat und als erfolgreichster Filmemacher Oberbayerns gilt.

Die Lieder der Vögel als Ursprung jeder Form von Musik

Man sieht in dem Film, dass die Musiker Johannes Bär und Matthias Schriefl nicht nur unglaublichen Spaß haben an der Musik, an der Wanderung von Heimat zu Heimat. Man spürt vor allem auch ihre tiefe Verbundenheit zur Natur. Die vielfältigen Lieder der Vögel sind für beide der Ursprung jeglicher Musik, so erzählen sie es im Film. Walter Steffen war verwundert über diese übereinstimmende Aussage der Musiker. „Ich habe sie unabhängig voneinander interviewt und beide sagten das Gleiche über den Gesang der Vögel, nur mit anderen Worten“, sagt Steffen.

Ihm hat der Film unglaublich viel Spaß gemacht. Zum Ende einer langen Filmproduktion fallen immer erst die hohen Kosten an, zum Beispiel für das Sounddesign oder die Sprachbearbeitung, alles eine aufwendige, kostspielige Sache. Daher hat Steffen ein Crowdfunding ins Leben gerufen.

Jeder kann dabei mit einem individuellen Kostenbeitrag die anfallenden Filmkosten unterstützen. „6000 Euro ist das Minimum, was ich erreichen sollte, dann würde ich nicht drauf zahlen“, sagt Steffen. Er selbst unterstützt auch gerne solche Crowdfunding Produktionen, aus einem einfachen Grund. „Ich glaube, dass wir Menschen ohne Solidarität und Gemeinschaft auf diesem Planeten verloren sind“, meint Steffen.

Der Film kommt im Oktober in die Kinos. Vorab gibt es aber in verschiedenen Städten eine open-air Vorpremiere. Da wird nicht nur der Film gezeigt. Auch die beiden Musiker geben dann ein Konzert. Am 8. August wird das Ganze in Penzberg zu sehen und zu hören sein. Ein Termin, den man sich vormerken sollte.

Weitere Hinweise

zu den Vorpremieren an verschiedenen Orten und zur Unterstützung der Filmproduktion findet man auf der Internetseite www.zufusstour.de.

Regina Wahl-Geiger

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