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So fühlt sich Jazz an: „Die All Star Band“ um den Saxofonisten Frank Roberscheuten begeisterte in der „Seeresidenz“.

Frank Roberscheuten und seine „All Star Band“ in der „Seeresidenz“

Purer Jazzgenuss in Seeshaupt

Es war allererste Sahne, was der holländische Saxofonist Frank Roberscheuten in Seeshaupts „Seeresidenz“ aufbot: Sechs internationale Spezialisten für traditionellen Jazz hat er in einer „All Star Band“ um sich geschart, die auf einer Konzerttour derzeit „A hundred years of Jazz“ feiert.

Seeshaupt Keine Spur von Innovation und Experiment an diesem Abend in Seeshaupt – aber Dixieland, Swing und Bebop auf einem Niveau, das man selbst in Metropolen nicht täglich erlebt. Da kam jeder Ton exakt auf den Punkt, war jeder Takt purer Genuss.

Ganz offensichtlich hatten die sieben Männer in ihren eleganten schwarzen Anzügen auch selber großen Spaß an dieser Traditionspflege unter Spitzenmusikern. Auch wenn ihre Namen – bislang – meist nur in Fachkreisen bekannt sind: In ein paar Jahren, meinte Roberscheuten (55) in einer seiner gut gelaunten Ansagen, „sind sie Weltstars“. Zum Beispiel der erst 27-jährige Ausnahmetrompeter Bjorn Ingelstam, der aus Schweden stammt, in New York lebt und sich mit ebenso viel Spielwitz wie Spielkunst nahtlos in die Riege der etwas älteren Kollegen einfügte: neben dem erfahrenen niederländischen Posaunisten Bert Boeren, dem Australier David Blenkhorn an der Gitarre, den Wahl-Parisern Sébastien Girardot (Kontrabass) und Guillaume Nouaux (Schlagzeug) sowie dem Ludwigsburger Pianisten Olaf Polziehn (seit 2009 Professor an der Musikhochschule Graz).

Hoch virtuos und mit unglaublicher Spielfreude huldigten diese Sieben den großen Komponisten und Interpreten, die die Musikwelt veränderten, seit 1917 die erste Jazz-Schallplatte erschien. Das „Hiptett“, wie es Roberscheuten nennt, ließ Count Basie, Tommy Dorsey, George Gershwin, Louis Armstrong, Benny Goodman, Fats Waller, Duke Ellington, aber auch einige Unbekanntere so frisch klingen, als sei der Swing eben erst erfunden worden. Die rund 120 Zuhörer in Seeshaupt wussten es zu schätzen: viel Beifall, Begeisterung, Bravorufe.

Magnus Reitinger

Nächste Veranstaltung: Am Mittwoch, 15. November, gastiert das Akkordeonduo „Jeux d’Anches“ in der Reihe „Live music now“ mit Werken von Pachebel , Bach, Musorgsky und Ravel in der „Seeresidenz“. Beginn ist um 18 Uhr, Karten an der Abendkasse.

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