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Gemeindesache: Für die Trinkwasser-Versorgung braucht es künftig spezielle Fachkräfte.

Aus dem Gemeinderat Seeshaupt

Debatte um Wasser-Fachkraft

Für reichlich Diskussionsstoff im Seeshaupter Gemeinderat sorgte „unser wichtigstes Lebensmittel, das Trinkwasser“. So drückte es VG-Geschäftsleiter Georg Bäck in der jüngsten Sitzung aus.

Seeshaupt – Wegen der Anstellung von Stephan Walch als „Fachkraft für Wasserversorgungstechnik“ für die Gemeinde Seeshaupt, wie es die neue Richtlinie „W 1000“ verlangt, hat VG-Geschäftsleiter Kämmerer Georg Bäck einen Nachtragshaushalt vorgelegt. Dieser berücksichtigte die Gehaltskosten für dieses Jahr in Höhe von rund 13 000 Euro. Ein positiver Nebeneffekt: Bei der anstehenden Sanierung der Seeshaupter Trinkwasserversorgung, die immerhin in den nächsten Jahren fast zwei Millionen Euro kosten wird, kann die Gemeinde einen zusätzlichen Fachmann gut brauchen. Zum Arbeitsverhältnis mit Walch, das im August beginnt, gehört eine „Personalleihzweckvereinbarung“ mit der Gemeinde Iffeldorf. Im Klartext heißt das, dass der Wassertechniker Walch bei Bedarf an Iffeldorf „ausgeliehen“ wird. Die Personalkosten wollen sich Seeshaupt und Iffeldorf im Verhältnis 60 zu 40 Prozent teilen – nachdem Seeshaupt mehr Einwohner hat, eine kompliziertere Wasserversorgung und längere Versorgungsleitungen. Auf Iffeldorf entfallen heuer 9500 Euro, allerdings wird am Ende des Jahres der tatsächliche Aufwand noch abgerechnet.

Der Anstoß zur lebhaften Debatte kam von Gemeinderätin Petra Eberle. Sie stellte die Neueinstellung mit ihrer Behauptung infrage, dass man in Seeshaupt im Gegensatz zu Iffeldorf mit Wasserwart Bernhard Schölderle einen qualifizierten Fachmann habe, der auch den Anforderungen der vom Gesetz eingeräumten Übergangsfrist genüge. Deswegen plädierte sie dafür, dass Iffeldorf den Wassertechniker einstelle und Seeshaupt ihn „ausleihe“. Zum Gehalt kommen nämlich noch die Kosten für die Ausstattung eines neuen Arbeitsplatzes im Seeshaupter Bauhof und ein Dienstfahrzeug, die allerdings auch anteilig umgelegt werden. Schließlich stimmten vier Gemeinderäte gegen den Nachtragshaushalt und fünf gegen die „Personalleihzweckvereinbarung“. Die Anschaffung eines Dienstfahrzeuges musste sogar vertagt werden. Sieben Gemeinderäte wollten noch das Angebot für einen entsprechenden Wagen mit Elektroantrieb abwarten.

Renate von Fraunberg

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