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Altbürgermeister Hirsch starb mit 78 Jahren.

Zum Tod von Hans Hirsch 

Altbürgermeister von Seeshaupt verstorben

Hans Hirsch, von 1993 bis 2002 Bürgermeister von Seeshaupt, ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Er brachte viel mit auf dem Weg, von dem die Bevölkerung des Ortes bis heute profitiert.

Seeshaupt – Die Seeshaupter, die nichts von seiner längeren Krankheit wussten, können gar nicht glauben, dass Hans Hirsch am Dienstag mit 78 Jahren verstorben ist. Sie haben den beliebten und rührigen Altbürgermeister noch bestens vor Augen und sein hintersinniges Lächeln, wenn man ihn auf einen Missstand im Dorf angesprochen hat.

Hirsch war selbstlos, pflichtbewusst, uneitel und unbestechlich, verstand als Steuerberater viel von Geld und verstand als Mensch, der sich im Leben vieles hart erarbeiten musste, viel von seinen Mitmenschen – die besten Voraussetzungen also für einen guten Bürgermeister.

Die Liste seiner öffentlichen Verdienste um den Ort ist lang, die seiner nichtöffentlichen mit Sicherheit noch viel länger. Hirsch, dem auch der goldene Ehrenring der Gemeinde Seeshaupt verliehen worden ist, saß 25 Jahre im Seeshaupter Gemeinderat, davon von 1993 bis 2002 als ehrenamtlicher Bürgermeister.

Er hat viel mit auf den Weg gebracht, wovon die Seeshaupter Bürger bis heute profitieren: zum Beispiel die Ausweisung von günstigem Bauland für Einheimische, den Umbau des Rathauses, die Partnerschaft mit dem polnischen Kreuzenort, die Umwandlung der Pläne für ein gigantisches Hotel in die Seeresidenz „Alte Post“ und vor allem die Realisierung des gemeindlichen Seniorenzentrums.

Dazu kam seine große Begabung, Spenden fürs Dorf zu sammeln – gerne auch in Form von Grundstücken. Vom Sammeltalent des tief gläubigen Christen profitierte auch die katholische Gemeinde, bei der er viele Jahre als Kirchenpfleger fungierte und zuletzt die Restaurierung der Weigle-Orgel zustande gebracht hatte.

Das alles war ihm nicht in die Wiege gelegt. Er kam als Sechsjähriger mit seinen Eltern und zwei Schwestern am 10. Februar 1945 mit dem großen Schlesier-Flüchtlingstransport in Seeshaupt an. Körperlich angeschlagen, dafür aber umso fitter im Kopf arbeitete er sich zum Steuerberater mit einer gut gehenden Kanzlei hoch. Die betrieb er zusammen mit seiner Frau Hildegard auch während seiner Bürgermeisterzeit, worunter dank eiserner Disziplin weder Beruf noch Ehrenamt litten – und zwischendrin immer noch Zeit für eine abendliche Schafkopfrunde blieb. 

Das Requiem (mit anschließender Aussegnung) für Hans Hirsch ist am Samstag, 6. Mai, 11 Uhr, in der Seeshaupter Pfarrkirche.

Renate von Fraunberg

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