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Erinnerungen an 40 Jahre NBH: (von links) Traudl Dittmann, Gudrun Schmidt, Gertrud Petri und Anneliese Wigand.

Seeshaupt

Hoch geachteter „Preußenverein“

Seeshaupt - Die Nachbarschaftshilfe feiert am Samstag, 24. September, ihren 40. Geburtstag. Wir sprachen mit Gründungsmitgliedern.

Die Nachbarschaftshilfe (NBH) Seeshaupt hat allen Grund, sich an ihrem 40. Geburtstag selbst zu feiern. 1976 bei der Gründung haben nicht einmal die 23 Gründungsmitglieder von einer solch erfolgreichen Zukunft geträumt und schon gar nicht von einer professionellen Tagespflege mit 17 Plätzen, die der NBH seit sechs Jahren Anerkennung in der ganzen Region verschafft. Denn so einfach war der Anfang nicht: Zunächst musste sich die NBH den uncharmanten Beinamen „Preußenverein“ gefallen lassen, weil die meisten Mitglieder „Zuagroaste“ waren. Aber das hat sich rasch geändert.

Mit den vielen Veranstaltungen für die Bevölkerung und dem persönlichen Einsatz für ältere Dorfbewohner stieg das Ansehen und damit die Mitgliederzahl, heute sind es über 500 Mitglieder. Auch die Gemeinde erkannte schnell die Bedeutung des gemeinnützigen Vereins, sie stellte Räumlichkeiten zur Verfügung und hat beim Bau des Seniorenzentrums 1999 ganz selbstverständlich ein großzügiges Vereinsheim für die NBH eingeplant.

Es ist aber auch beachtlich, was die etwa 50 Aktiven das Jahr über auf die Beine stellen: Turnen für Jung und Alt, Basteln für Klein und Groß, Krabbelgruppen und Seniorennachmittage, Basarstricken und Zumba-Tanz, Fahrdienst und Flohmarkt, dazu ein kostenloser Verleih von Gerätschaften für die häusliche Krankenpflege, und vieles mehr. Zum Geburtstag lädt die NBH die Bevölkerung für Samstag, 24. September, zum „Tag der Überraschungen“ ein. Gefeiert wird auf dem Gelände des Seniorenzentrums (Tiefentalweg 9). Der Festakt beginnt um 11 Uhr, um 14 Uhr unterhält Dr. Döblinger Jung und Alt mit seinem „geschmackvollen Kasperltheater“. Von 12-16 Uhr kann man die neuen Räume der Tagespflege besichtigen.

Trudl Dittmann, Gudrun Schmidt, Gertrud Petri und Anneliese Wigand, seit 40 Jahren aktiv bei der Nachbarschaftshilfe, erinnern sich im Gespräch an die Anfänge.

Wie kamen Sie denn zu Ihren Posten?

Trudl Dittmann: Die Schriftführerin Brigitte Arns hat zu mir gesagt, Sie sind doch so sportlich, haben Sie nicht Lust, das Kleinkinderturnen zu übernehmen? Und dann habe ich das viele, viele Jahre gemacht. Der Zulauf war groß, beim FC konnten die Kinder ja erst ab dem Schulalter turnen, bei mir schon ab drei Jahren. Später bin ich dann auf Aerobic für Erwachsene umgestiegen und heute bin ich bei der NBH für die Seniorengymnastik zuständig – schließlich werde ich bald 75 Jahre alt.

Gertraud Petri: Mich hat auch die Frau Arns zur NBH gebracht. Die hatte ein so nettes Wesen, da konnte man sowieso nicht Nein sagen. Bei der Vorsitzenden, bei Frau Kaestner, haben wir anfangs noch im Keller für den Basar gebastelt. Dann kamen der Seniorenkaffee und das Grillfest dazu, Ausflüge für junge Familien, der erste Flohmarkt für Kinderkleidung und die großen Kinderfeste. Es war schon ein großer Aufwand, aber wir halfen alle zusammen – so ist das noch immer.

Was ist anders als früher?

Anneliese Wigand: Anfangs hätten wir nie gedacht, dass sich die NBH so schnell entwickelt und das Ansehen im Dorf so schnell wächst. Man darf nicht vergessen, dass der Seeshaupter Verein die einzige Nachbarschaftshilfe weit und breit war. Mir macht das Aktivsein bis heute großen Spaß, vor allem das Stricken für den Weihnachtsbasar, unsere große Einnahmequelle neben Mitgliederbeiträgen und Spenden.

Gudrun Schmidt: Die Betreuung von älteren und kranken Dorfbewohnern ist heute sicher nicht mehr so ausgeprägt. Aber früher gab es ja noch keine Sozialstation. „Die NBH hilft, bis der Arzt kommt“, hat uns der Dorfarzt Dr. Hausmann gelobt, das war eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit. Aber dafür gibt es ja heute die „Tagespflege“. Dieses Angebot der Nachbarschaftshilfe freut uns vier „Altgediente“ besonders, und wie alle Mitglieder wissen auch wir, dass wir das der Vorsitzenden Sigrid von Schroetter zu verdanken haben.

Text: Renate von Fraunberg

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