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Leiten die Dorfentwicklung: Silke Berendsen und Matthias Fladner. 

Ideen zur Seeshaupter Dorfentwicklung

Viel Lob, aber auch Kritik

Bei einem Bürgerforum  stellten Fachleute  erste Überlegungen für ein Dorfentwicklungskonzept vor. Die Reaktionen darauf waren unterschiedlich. 

Seeshaupt Es hört sich doch gut an, wenn die Fachleute des Büro „Plankreis“ dem Ort Seeshaupt eine „attraktive Lage in attraktiver Landschaft zwischen dem Starnberger See und den Osterseen“ bescheinigen, eine intakte dörfliche Struktur, eine gesunde Bevölkerungsmischung aus jüngeren und nicht mehr ganz so jungen Menschen, kleine Ladengeschäfte in der lebendigen Ortsmitte, unterschiedliche Freizeitangebote, gute Verkehrsanbindung sowie viel Grün im Dorf und außen herum. Kein Wunder, dass so ein Dorf sowohl für Touristen als auch als Wohnort interessant ist, und darum die Bevölkerung in den nächsten Jahren leicht steigen wird. So stellten Susanne Dorner, Michael Heintz und Jochen Gronle bei einem Bürgerforum den Ort in ihrer Bestandsanalyse vor, auf deren Basis ein Dorfentwicklungskonzept erarbeitet wird.

Natürlich kamen auch die Schwächen aufs Tapet, sonst bräuchte es ja keine Dorferneuerung, in deren Rahmen die Veranstaltung mit mehr als 80 Bürgern in der Mehrzweckhalle stattfand. Das sind unter anderem die „zerfledderte Siedlungsstruktur“ mit viel Platz für eine Nachverdichtung, die vielen privaten Seegrundstücke, keine durchgängige Fuß- und Fahrradverbindung zu Campingplatz und Gemeindebadeplatz sowie zu Friedhof und Bahnhof, die „schwierige Auffindbarkeit“ der Uferpromenade, ungenutzte öffentliche Flächen und natürlich das leidige Thema „Verkehrsbelastung“. Die sei unbestritten sehr hoch, so Jochen Gronle, das läge aber nicht nur am Durchgangsverkehr zur nahen Autobahn.

Mindestens die Hälfte sei hausgemacht, mussten sich die Seeshaupter sagen lassen. Deswegen solle es den Autofahrern schwerer gemacht machen, den Ort zu passieren und den Dorfbewohnern leichter, aufs Auto zu verzichten. Entsprechende Maßnahmen würden im Dorfentwicklungskonzept vorgestellt, so Gronle.

Eine Idee gab er schon preis: Seiner Meinung nach wäre es besser, fürs Parken entlang der Straßen im Dorfzentrum Geld zu verlangen und dafür die Gebühren auf dem Schulparkplatz abzuschaffen. An der lebhaften Diskussion spürte man das große Interesse der Anwesenden an ihrem Wohnort. Allerdings bissen sich einige wie bei jeder Bürgerversammlung am Thema „Verkehr“ fest. Selbst der Einwand aus der Dorfentwicklungsgruppe „Verkehr“, dass alle Möglichkeiten schon auf ihre Machbarkeit geprüft wurden, half wenig, und auch nicht die Aussage von Bürgermeister Michael Bernwieser, dass er seit 16 Jahren vergeblich versuche, den Schwerlastverkehr zu reduzieren.

Am Schluss des Bürgerforums standen Neuwahlen auf dem Programm: Matthias Fladner wurde als Leiter der Dorfentwicklung bestätigt, als Nachfolgerin für die verstorbene Franziska Mross wurde einstimmig Silke Berendsen gewählt.

von Renate von Fraunberg

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