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Nach dem Bachelor fing das Problem an. Josef Zalud bekam kein Kindergeld für seine Tochter Melanie mehr. 

Anspruch erloschen

Nach dem Bachelor ist mit dem  Kindergeld Schluss

Unangenehm überrascht war Josef Zalud, als ihm für seine Tochter Melanie, die bei ihm im Haushalt lebt, Ende Januar das Kindergeld gestrichen wurde. Und das, obwohl sie ihr Studium noch nicht abgeschlossen und auch das Höchstalter für den Kindergeldanspruch von 25 Jahren nicht erreicht hat.

Seeshaupt – Melanie Zalud hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München Bildungswissenschaft und Soziologie studiert und im Wintersemester, das am 31. März endete, den Bachelor erworben. Sie will ihr Studium fortsetzen, um es mit dem Master abzuschließen. Daher muss laut Zalud auch für die Pause zwischen den beiden Ausbildungsabschnitten das Kindergeld gezahlt werden, da sie kürzer als vier Monate sei.

Laut Paul Ebsen, Presseprecher der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, liegt das Problem darin, dass das Kindergeld nur dann für vier Monate weitergezahlt wird, wenn sich der Student arbeitssuchend meldet. Grundsätzlich werde das Kindergeld auch nur bis zum ersten Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Studiums gezahlt, im Falle des Studiums sei dies der Bachelor. Wärend des folgenden Studiums, bei dem der Master-Abschluss angestrebt wird, werde nicht automatisch Kindergeld gezahlt. Nach einer neuen Regelung könne es aber doch gezahlt werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Dafür müsse aber der Einzelfall geprüft werden. Betroffenen Eltern rät Ebsen, sich beraten zu lassen. Dies sei online möglich oder persönlich nach Terminvereinbarung bei der örtlichen Familienkasse.

Josef Zalud übt grundsätzliche Kritik an einem „hohen bürokratischen Aufwand“ bei der Antragstellung. Der Ingenieur für Nachrichtentechnik würde seine Zeit lieber für seine Arbeit verwenden als für Bürokratie. Vieles lässt sich nach seinem Dafürhalten viel einfacher gestalten. Für das „Bafög“ hat er eine Lösung: Er schlägt vor, dass alle, die in Ausbildung sind, es als Darlehen erhalten sollen, wobei sie die Höhe bis zu einem Maximalbetrag frei wählen können. Anschließend müsse das Darlehen in angemessenen Raten zurückgezahlt werden. Damit würde laut Zalud Chancengleichheit bei der Ausbildung ohne unnötigen Verwaltungsaufwand hergestellt.

Alfred Schubert

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