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Die FDP will in den Gemeinderat, stellt aber keinen Bürgermeisterkandidaten.

Martin Zeil und Konsorten verwirrt

FDP-Nominierung mit Hindernissen

Die Benennung der Kandidaten für die Kommunalwahl sind meist nur eine Formsache. Völlig anders verlief beim FDP-Ortsverein Seeshaupt die Nominierung für den Gemeinderat. Erst nach einer recht chaotischen Debatte standen die drei Frauen und sieben Männer fest, die 2020 ins Ratsgremium einziehen wollen.

Seeshaupt – Zunächst wurde beschlossen, dass auch Nichtmitglieder stimmberechtigt sein sollen, sofern sie entweder ihren Hauptberuf in Seeshaupt ausüben oder dort ihren Hauptwohnsitz haben. Dann präsentierte Ortsvorsitzender Armin Mell eine Vorschlagsliste, auf der zehn Kandidaten durch Mehrfachnennung auf insgesamt 28 Plätze verteilt waren. Den einzelnen Bewerbern dürfen die Wähler nächstes Jahr eine, zwei oder drei Stimmen geben, das nennt man kumulieren.

Weil im Ratsgremium aber 16 Mitglieder sitzen, war Wahlleiter Martin Zeil nicht klar, wie die Vorstandschaft ausgerechnet auf die Zahl 28 gekommen war. „Bevor wir heute etwas machen, das nicht Hand und Fuß hat, sollten wir die Nominierung lieber vertagen“, schlug er vor. Um Klarheit über die Rechtslage zu bekommen, versuchten die Anwesenden daraufhin per Telefon und Internet zu recherchieren – mit wenig Erfolg, weil es je nach Gemeindegröße separate Regelungen gibt.

Wie viele Bürger hat Seeshaupt genau und wie viele Listenplätze können beziehungsweise dürfen gefüllt werden? Die Beantwortung dieser Fragen zog sich in die Länge, und sogar Zeil, Jurist und ehemaliger bayerischer Wirtschaftsminister, musste passen. Mit unterschiedlichen Rechenmodellen versuchten die elf Stimmberechtigten, die zehn Bewerber auf 16 Ratssitze zu verteilen.

Nach allgemeiner Verwirrung wurde letzten Endes entschieden, dass die Listenplätze eins und zwei jeweils dreifach, die Plätze drei und vier zweifach aufgeführt werden. Mit den Einzelplätzen fünf bis zehn macht das in der Summe 16 ehrenamtlichen Mandate. Diese Lösung wurde in geheimer Abstimmung befürwortet.

Auf die Aufstellung eines Bürgermeister-Kandidaten verzichtet der Ortsverband. Dessen Vorsitzender nennt als wichtige Werte in der Kommunalpolitik unter anderem Bürgernähe, Mut und Transparenz. Die Gemeindeverwaltung von Seeshaupt soll laut Mell in Zukunft stärker auf Digitalisierung setzen und eine Informationsfreiheitssatzung wie in anderen Kommunen erlassen. Neben Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung liegt der FDP auch bezahlbarer Wohnraum am Herzen sowie die Erarbeitung eines Energiekonzepts für Seeshaupt. In Anlehnung ans Tegernseer Tal könnte auch eine Zweitwohnungssteuer eingeführt werden, so ein weiterer Vorschlag.

Von Peter Stöbich

Das sind die Kandidaten:

 

1-3 Armin Mell, Diplombetriebswirt;  4-6 Christian Maatz, Rechtsanwalt; 7-8 Alexander Rehm, Betriebswirt;  9-10 Hannah Müller, Studentin; 11 Rüdiger Laschinsky, Dipl.Ing und Architekt;  12 Benedikt Fischer, Dipl.Jur., Rechtsreferendar;  13 Hans-Dieter Rohrka-Krämer, Lebensmitteltechniker;  14 Rasso Willkomm, Chemiker;  15 Claudia Müller, Niederlassungsleiterin;  16 Christiane Willkomm, Apothekenassistentin.

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