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Unter den Feuerwehrlern war auch der stellvertretende Wahlleiter Stefan Hieber.

Europawahl

Landkreis Weilheim-Schongau zählte bayernweit fast am langsamsten aus - das ist der Grund

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Gegen 21.20 Uhr waren am Sonntagabend bei der Europawahl alle Gemeinden im Landkreis Weilheim-Schongau ausgezählt - nur Seeshaupt und Iffeldorf fehlten. Daran sollte sich auch mehr als eine Stunde nichts ändern, der Landkreis schickte seine Schnellmeldung bayernweit als Vorletzter hinter Pfaffenhofen los. Der Grund dafür ist kurios.

Seeshaupt - Es war sozusagen höhere Gewalt, wie Georg Bäck, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Seeshaupt, am Tag danach berichtet. „Um 16.30 Uhr gab es einen Feuerwehreinsatz wegen eines undefinierbaren Ölfilms am Segeljachthafen am Lido“, sagte Bäck. Da musste natürlich Feuerwehrkommandant Stefan Hieber ausrücken – der parallel laut Bäck stellvertretender Wahlleiter und für einen Briefwahlbezirk zuständig war. Auch ein Beisitzer rückte aus.

Anfangs hoffte Hieber noch, dass der Einsatz schnell erledigt ist. „Aber die Lage war kompliziert. Erst musste geklärt werden, ob es überhaupt Öl ist, und als das feststand, mussten wir die Ursache herausfinden“, so Hieber. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim war ebenso vor Ort wie der Kreisbrandrat aus Starnberg, alles zog sich hin. Am Ende wurden Ölsperren ausgelegt und der Film von der Oberfläche abgesaugt.

Als absehbar war, dass Hieber nicht mehr so schnell zurückkommen würde, mussten die verbliebenen Wahlhelfer alleine zurechtkommen. „Wir haben nicht Däumchen gedreht, aber natürlich dauert es mit zwei Helfern weniger etwas länger, zumal die Briefwahl mit dem Öffnen der Umschläge aufwendig ist“, sagte Bäck. Die komplette Gemeinde Iffeldorf, die zur Verwaltungsgemeinschaft gehört, sei bereits vor 20 Uhr ausgezählt gewesen, betont Bäck. Man habe die Ergebnisse aber nicht weitergegeben, weil es geheißen habe, man solle das VG-Ergebnis gemeinsam melden. Die anderen Wahlbezirke Seeshaupts waren um 20.20 Uhr fertig, danach folgte der ominöse Briefwahlbezirk von Hieber – und das dauerte eben. „Da geht Genauigkeit vor Schnelligkeit. Wir haben das im Team gut hinbekommen“, lobt Bäck seine Helfer.

Als Hieber nach Ende des Feuerwehr-Einsatzes noch ins Rathaus kam, waren die Kollegen schon so weit, dass er nicht mehr eingreifen musste. „Um 22 Uhr waren wir fertig“, so Bäck. Und der Landkreis konnte endlich seine Schnellmeldung schicken – als vorletzter in Bayern.

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