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Als Anerkennung für das soziale Engagement des Vereins überreichte Seeshaupts Bürgermeister Michael Bernwieser Vorsitzender Sigrid von Schroetter ein Geschenk der Gemeinde. 

Nachbarschaftshilfe  Seeshaupt

Eine Arbeit, die nicht zu bezahlen ist

Seeshaupt - Die Nachbarschaftshilfe  Seeshaupt feierte ihr 40-jähriges Bestehen.  300 Gäste waren zur Feier gekommen.

Dass sich das Zelt im Hof des Seniorenzentrums, wohin die Nachbarschaftshilfe Seeshaupt zur Feier ihres 40-jährigen Bestehens eingeladen hatte, nur sehr langsam füllte, mag am schönen Wetter gelegen haben. Angesichts des herrlichen Spätsommers übten die Berge auf viele wohl eine große Anziehungskraft aus. So konnte die Vorsitzende Sigrid von Schroetter zur Eröffnung der Feier am späten Vormittag nur drei Dutzend Gäste begrüßen. Nach und nach kamen dann aber doch die Besucher, und als am Nachmittag Erich Steiner seine Eigenkompositionen auf der Drehorgel spielte und Dr. Döblinger sein „geschmackvolles Kasperltheater“ aufführte, füllte sich das Zelt. Rund 300 Gäste zählte von Schroetter schließlich.

In ihrem kurzen Rückblick ging von Schroetter vor allem auf die zahlreichen Aktivitäten ein, die im Laufe der Jahre das Angebot des Vereins erweiterten. Heute gibt es bei der Nachbarschaftshilfe unter anderem Gymnastik-, Tanz- und Yoga-Kurse, Ausflugsfahrten und einen wöchentlichen „Seniorenkaffee“. Auch Betreuung und ein Einkaufsdienst gehören zu den Leistungen für ältere Menschen. Darüber hinaus hat die Nachbarschaftshilfe Angebote für Kinder und Familien, von der Krabbelgruppe über Eltern-Kind-Turnen bis zum Flohmarkt von Kindern für Kinder. Außerdem verleiht der Verein in Notfällen kostenlos Hilfsmittel für Kinder und Senioren, wie Kinderbetten und Kinderhochstühle, Rollatoren und Rollstühle. Das größte Angebot des Vereins ist eine professionelle Tagespflege mit 17 Plätzen, in der demente Personen betreut werden können. Deren Gründung vor sieben Jahren ist laut von Schroetter „der Schritt in die Zukunft der Nachbarschaftshilfe“ gewesen. Sie sei zuversichtlich, dass der Verein auch das 50-jährige Jubiläum feiern wird. Die bisherige Entwicklung der Einrichtung und die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde ermutigten zu dieser Annahme. Ihre Vorstandskollegin Anette Dyckerhoff brachte die Bedeutung einer Nachbarschaftshilfe auf den Punkt: Glück bedeute nicht, alles zu haben, was man will, sondern die Menschen zu haben, die man braucht.

Laut Seeshaupts Bürgermeister Michael Bernwieser hat sich der gemeinnützige Verein, der 1976 von – größtenteils nicht aus der Gemeinde stammenden – Frauen gegründet worden war, in den vier Jahrzehnten zu einer festen Institution entwickelt, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus einen guten Ruf genieße. „Ich werde immer wieder auf diese Einrichtung angesprochen“, so der Bürgermeister. Viele seiner Kollegen wollten das Erfolgsrezept der ersten Nachbarschaftshilfe in der Region wissen. Den Besuchern verriet er dieses Rezept: Der Erfolg einer solchen Einrichtung hinge ganz einfach vom Engagement der Beteiligten ab. Der Dank gebührte den Gründerinnen und allen Aktiven, die die Nachbarschaftshilfe ausmachten. Ihre ehrenamtliche Arbeit sei „nicht zu bezahlen“.

Bernwieser würdigte in diesem Zusammenhang auch die Leistung seines Vorvorgängers im Amt, Hans Hirsch. „Das ist dein Lebenswerk“, so der Bürgermeister zu Hirsch, der sich für den Bau der Seniorenwohnungen am Tiefentalweg eingesetzt und damit auch einen Raum für die Nachbarschaftshilfe geschaffen hatte. Nachdem die Gemeinde ein weiteres Grundstück mit der Auflage einer sozialen Nutzung für ältere Menschen bekommen hatte, errichtete sie ein Gebäude für die Tagespflege, wodurch sich die räumliche Situation des Vereins verbesserte. Hirsch verriet, wie es damals zum Bau des Hauses kam: „Wir haben an die Einrichtung geglaubt, ohne dass wir dafür ein Gutachten gebraucht hätten.“

Alfred Schubert

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