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Sprach beim Empfang über Belange der Gemeinde: 3. Bürgermeister Max Amon (re.).

Neujahrsempfang der CSU Seeshaupt

Strabs ist wie „linke Tasche, rechte Tasche“

Beim Neujahrsempfang der CSU Seeshaupt ging es unter anderem  um die Strabs.  Landrätin Andrea Jochner-Weiß sprach über deren Abschaffung. 

Seeshaupt– Ausdauer war am Sonntagabend beim Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbands Seeshaupt-Magnetsried gefragt. Knapp zwei Stunden dauerte es, bis die Bezirks- und Landtagskandidaten ihre politischen Botschaften unter die rund 40 Gäste im Ristorante „Luigi“ gebracht und für die „Richtungswahlen“ im Oktober geworben hatten.

Dabei war der angekündigte Hauptredner gar nicht erschienen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt ließ sich kurzfristig entschuldigen – wegen der GroKo-Verhandlungen in Berlin. CSU-Ortsverbandschef Wolfgang Franz nahm die Absage aber sportlich: „Der Alexander wäre heute sicher lieber in unserer Runde, aber es soll nicht an Seeshaupt liegen, wenn der Zeitplan für die Regierungsbildung nicht eingehalten werden kann.“ Zunächst ging es beim Neujahrsempfang aber um Kommunalpolitik. Seeshaupts 3. Bürgermeister Max Amon beteuerte, dass man bei der baulichen Entwicklung des Gärtnereiquartiers „auf einem guten Weg“ sei und die Gemeinde versuchen wolle, auch etwas für den geförderten Wohnungsbau zu tun. Der Abschluss eines städtebaulichen Vertrags, um, wie in einem Leserbrief gefordert, Teile des privaten Gewinns für die Kommune abzuschöpfen, sei schlichtweg nicht möglich: „Das wäre schön, geht heute aber so nicht mehr“, konstatierte Amon.

Geplant sei von Seiten der Gemeinde die Seepromenade „aufzufrischen“ und die Projekte der „Dorfentwicklung“ weiter zu unterstützen – „soweit das finanzierbar ist“. Ebenso werde man in das Gebäudemanagement der kommunalen Liegenschaften, in die Wasserversorgung und in den Straßenbau investieren. Für Letzteren wolle man nach dem beschlossenen Zehnjahresplan jährlich rund 300 000 Euro in den Haushalten einstellen: „Wir versuchen, das Niveau so zu halten“, kündigte Amon an – worauf aus dem Publikum der Zusatz kam: „Und zwar ohne Strabs“. Die umstrittenen Straßenausbaubeiträge brachte auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß aufs Tapet. Die inzwischen von der CSU-Landespolitik befürwortete Abschaffung sei „nicht so einfach, wie es ausschaut“: „Das wird ein Fiasko, das auf die Gemeinden zukommt“, mutmaßte Jochner-Weiß. Ob mit oder ohne Strabs – letztlich seien es doch die Bürger, die zahlen müssten: „Das ist wie linke Tasche, rechte Tasche.“

Jochner-Weiß kündigte zudem an, dass der Landkreis einen Pflegestützpunkt einrichten wolle: „Wo, das ist noch nicht ausgekartelt.“ Auf alle Fälle müssten sich die Krankenkassen an der Finanzierung beteiligen: „Wir übernehmen schließlich deren Aufgaben“ so Jochner-Weiß. Die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Ute Eiling-Hütig (Stimmkreis Starnberg) und Harald Kühn (Weilheim) stimmten die Empfangsgäste auf die Landtagswahl ein. Kühn warnte vor den Parolen „extrem politischer Organisationen“: „Es gibt heute keine einfachen Lösungen mehr – es sei denn, der Bürgermeister verspricht Ihnen Freibier, das können Sie glauben“, so Kühn.

Zwar war Seeshaupts Bürgermeister Michael Bernwieser beim Empfang anwesend, aber nachdem die Rednerliste geschlossen war, gab´s kein Freibier, sondern italienisches Buffet.

Bernhard Jepsen

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