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Zu gefährlich: Seeshaupts Bürgermeister Michael Bernwieser sieht an der Lindenallee Gefahr im Verzug. 

Nach Gutachten über Linden 

Seeshaupts Bürgermeister sperrt die Lindenallee - Gemeinderäte fassungslos

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Als Grund für die Sperrung nennt Bürgermeister Michael Bernwieser „schlechtes Wetter“. Er beruft sich damit auf einen Bescheid des Landratsamtes. 

Seeshaupt – Es wurden drei Gutachten erstellt und etliche Bäume gefällt, dennoch sorgt das Thema „Lindenallee“ weiter für Zündstoff im Gemeinderat Seeshaupt. So auch in der Sitzung am Dienstagabend, wo Bürgermeister Michael Bernwieser bekannt gab, dass weite Teile der Tutzinger Straße in Seeshaupt gesperrt sind.

Der Bürgermeister verlas diesbezüglich zwei Schreiben. In dem einen Schreiben teilt das „Staatliche Bauamt“ mit, dass die Tutzinger Straße in Seeshaupt zwischen der Weilheimer Straße und der Seeseitener Straße gesperrt werden muss, weil der Freistaat Bayern vertreten durch das Staatliche Bauamt Instandsetzungsarbeiten an der Straße durchführen muss. Die Vollsperrung wegen Straßenbauarbeiten dauere voraussichtlich bis Mitte April, so die Mitteilung. Die Arbeiten haben bereits am Dienstag begonnen, wie lange gearbeitet wird, hänge allerdings von der Witterung ab.

Sperrung der Tutzinger Straße

Während die Straße instand gesetzt wird, muss sie zwischen der Einmündung der Weilheimer und der der Seeseitener Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. „Die Zufahrt für die Anlieger wird gewährleistet“, so die Mitteilung des Staatlichen Bauamtes.

Mit der Freigabe der gesamten Tutzinger Straße könnte es allerdings bis zum Jahresende nichts werden. Bürgermeister Bernwieser verlas noch ein weiteres Schreiben. In diesem wird angekündigt, dass „die Tutzinger Straße ab Seeseiten bis zur Zufahrt von Schloss Seeseiten im Bereich der Lindenallee insbesondere bei vorhersehbaren oder angekündigten Extremwetter-Ereignissen (Sturm, Unwetter) sicherheitshalber für den Straßenverkehr vorübergehend zu sperren“ ist. Nachdem die Wetterlage zum jetzigen Zeitpunkt nicht zuverlässig vorhergesagt werden könne, werde dieser Straßenabschnitt bis zum Abschluss der von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt „geforderten Baumpflege- und Fällarbeiten“ für den Verkehr gesperrt. Als Ansprechpartner steht Bürgermeister Bernwieser unter dieser Mitteilung. Die Sperrung der Tutzinger Straße sei nötig wegen des Bescheides des Landratsamtes, in dem festgestellt worden war, dass bis auf wenige Ausnahmen die Linden der Alle zwischen dem Gasthof und dem Schloss „Seeseiten“ stehen bleiben können.

Kürzlich wurde in Seeshaupt bereits kräftig gesägt: Es fielen auch einige Bäume der Lindenallee in Seeseiten.

Lindenallee in Seeshaupt: Bürgermeister beruft sich auf Bescheid

Wie berichtet, war ein erster Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass die mehrere Jahrzehnte alten Linden umgehend gefällt werden müssen. Daraufhin gaben der „Bund Naturschutz“ und die Familie Voormann jeweils ein weiteres Gutachten in Auftrag. Diese beiden Gutachter kamen zu dem Schluss, dass nahezu alle Linden der Allee erhalten werden können, wenn sie regelmäßig fachgerecht gepflegt werden. So fiel dann auch der Bescheid der Naturschutzbehörde am Landratsamt aus.

Auf die Vorgabe, dass die meisten Linden der Allee stehen bleiben können, beruft sich Bernwieser nun. „In dem Bescheid steht, dass ich die Straße bei schlechtem Wetter sperren muss“, sagte er in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Es stehe zu befürchten, dass die Allee mit Pflegemaßnahmen nicht so sicher gemacht werden könne, dass nichts passiere. Vor allem, wenn die Bäume voller Laub hingen, also von Mai bis November, sei die Gefahr zu groß und die Straße müsse gesperrt bleiben.

Schon vorab hatten die Arbeiten an der Lindenallee in Seeshaupt-Seeseiten die Gemüter erhitzt.

Gemeinderäte reagieren fassungslos

Die Gemeinderäte reagierten mit Fassungslosigkeit auf diese Entscheidung. Sie überlegten, rechtliche Schritte gegen den Bescheid einzuleiten. Zudem solle Landrätin Andrea Jochner-Weiß oder ein Sachverständiger in eine Gemeinderatssitzung eingeladen werden, um diese Entscheidung zu erklären. Beide Schreiben sind auf der Homepage der Gemeinde Seeshaupt nachzulesen.

kh

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