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Seeshaupt: Gärtnereiquartier erhitzt die Gemüter

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Von: Jennifer Battaglia

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Bürgermeister Fritz Egold referierte vor rund 70 Zuhörern über verschiedene Vorhaben und Projekte der Gemeinde in den vergangenen eineinhalb Jahren.
Bürgermeister Fritz Egold referierte vor rund 70 Zuhörern über verschiedene Vorhaben und Projekte der Gemeinde in den vergangenen eineinhalb Jahren. © Jennifer Battaglia

Nach zweieinhalb Jahren fand die erste Bürgerversammlung in der Gemeinde Seeshaupt statt. Rund 70 Bürger waren in die Mehrzweckhalle am Sportplatz gekommen. Drei von ihnen zeichnete Bürgermeister Fritz Egold für ihre langjährigen Dienste in der Gemeinde aus.

Seeshaupt – Es war für Fritz Egold die erste Bürgerversammlung seit seinem Amtsantritt als Bürgermeister der Gemeinde Seeshaupt im Mai 2020. Coronabedingt konnte im vergangenen Jahr die Versammlung nicht abgehalten werden. „Ich freue mich, dass es uns heuer doch noch möglich geworden ist“, sagte Egold. Der Bürgermeister stellte verschiedene Projekte vor, die in den vergangenen eineinhalb Jahren von der Gemeinde angedacht oder realisiert wurden.

Dazu gehören unter vielen anderem der Erwerb eines Grundstücks an der Osterseenstraße, anliegend an das örtliche Bauhofareal: Dort sollen ordentliche Lagerstellen beispielsweise für Grüngut oder Aushubmaterial entstehen. Egold informierte die Bürger, dass es aufgrund der Größe des Areals außerdem möglich sein werde, dort den dringend benötigten Neubau eines Feuerwehrhauses zu forcieren. Die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Erweiterung des Gemeindebauhofs und den möglichen Feuerwehrhausstandort wurde von den Gemeinderäten bereits einstimmig beschlossen.

Für das Gärtnereiquartier an der St.-Heinricher-Straße wurde ein Antrag im Gemeinderat zur endgültigen Klärung bezüglich der Innen- bzw. Außenbereichslage gestellt. Laut dem Bürgermeister wird der Antrag in einer der kommenden Gemeinderatssitzungen unter Einbezug von Städteplanern und Juristen geprüft werden. Egold wagte die Prognose, dass man sehr bald zu einem Ergebnis kommen werde. „Denn das Projekt liegt dem jetzigen Gemeinderat sehr am Herzen.“

61 Straftaten gab‘s 2020 auf dem Gemeindegebiet

Danach ergriff Hans Jocher das Wort und präsentierte den Gemeindehaushalt für die Jahre 2019 und 2020 (ausführlicher Bericht folgt). Bevor Matthias Fladner den Bürgern das Thema Dorfentwicklung näher brachte, berichtete Polizeihauptkommissarin Susanne Kettel von der Polizeiinspektion Penzberg über die Kriminalstatistik der Gemeinde im vergangenen Jahr. Auf dem Gemeindegebiet wurden insgesamt 61 Straftaten begangen, 42 davon konnten aufgeklärt werden. Bei den Straftaten handelte es sich vor allem um Rohheitsdelikte (15 Fälle) und Diebstähle (13 Fälle). Auf den Straßen Seeshaupt ereigneten sich 106 Verkehrsunfälle, dabei wurden 18 Menschen verletzt. Zudem gab es sieben Fahrradunfälle.

Ehrung für langjährige Dienste innerhalb der Gemeinde

Die Geehrten Fritz Stuffer, Hans Kirner, Robert Sterff mit Bürgermeister Fritz Egold (dritter von rechts).
Die Geehrten Fritz Stuffer, Hans Kirner, Robert Sterff mit Bürgermeister Fritz Egold (dritter von rechts). © Jennifer Battaglia

Im Anschluss ehrte der Bürgermeister Hans Kirner, Fritz Stuffer und Robert Sterff. Sie wurden für ihre langjährigen Dienste innerhalb der Gemeinde ausgezeichnet. Hans Kirner, ehemaliger erster Bürgermeister, bekam die Ehrenbezeichnung „Altbürgermeister“ verliehen. Er war 30 Jahre lang Gemeinderatsmitglied und zeichnete sich nach Worten Egolds durch seine Kompromissbereitschaft, seine Fachlichkeit und sein Engagement aus.

Fritz Stuffer erhielt die Bürgermedaille in Gold. Während seiner 24 Jahre als Mitglied des Gemeinderates war er die gesamte Zeit über Abwasserreferent. Außerdem hatte er 18 Jahre das Amt des zweiten Bürgermeisters inne und war ein Jahr erster Bürgermeister der Gemeinde.

Und auch Robert Sterff wurde geehrt. Für die Organisation und Durchführung des Seeshaupter Bücherflohmarktes bekam er die silberne Bürgermedaille verliehen.

Wo gibt es noch bezahlbaren Wohnraum in Seeshaupt?

Im letzten Teil der Veranstaltung konnten Bürger ihre Anliegen öffentlich vortragen. Hier wurde schnell deutlich, dass vor allem das Gärtnereiquartier-Projekt die Gemüter in der Gemeinde erhitzt. Gleich mehrere Wortmeldungen gab es hierzu. Eine Bürgerin sagte: „Ich hab einfach Angst, dass das so lange weitergeht, bis keiner mehr Lust drauf hat.“ Eine andere Frau wies auf die Knappheit von bezahlbarem Wohnraum innerhalb der Gemeinde hin. Bürgermeister Egold betonte daraufhin mehrfach, dass der Gemeinderat dabei sei, das Projekt weiter voranzubringen und Lösungen für bezahlbare Wohnungen zu finden. „Denn dafür sind wir auch alle angetreten“, sagte er.

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