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Redaktionsleiter Boris Forstner.

Tierschützer wollten sie retten

Kommentar zum Kuh-Drama: Wie ein Tier eine Grundsatzdebatte auslöst

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Der Fall einer Kuh, die beim Metzger entkam und die eine Tierschützerin retten wollte, geht weiter - obwohl das Tier inzwischen tot ist. Jetzt geht es um eine Grundsatzdebatte und um Bauernschelte, kritisiert unser Kommentator.

Ein Kommentar von Boris Forstner: Der Fall ist ein Drama – aber nicht, weil mit der Kuh so schlimm umgegangen wurde. Das passiert in Deutschland täglich tausendfach, ohne dass es jemanden stört oder man davon Notiz nimmt. Nein, aus dem Fall eines einzelnen Rinds wird eine gesellschaftliche Debatte zum Thema „Tierwohl und Fleischkonsum“ geführt, gepaart mit der beliebten Bauernschelte. 

Das Tragische daran ist, dass es sich um einen vorbildlichen Landwirt handelt, wie alle Beteiligten bestätigen. Und kurze Wege zum Schlachthof sind sicher besser als strapaziöse Zwölf-Stunden-Transporte im Großraumtransporter zu irgendwelchen Schlachtfabriken, da dürften sich alle einig sein. Warum manche Tierschützer gleich immer den Dampfhammer rausholen müssen, die Frage muss man sich auch stellen, wenn der Landwirt von den vielen Beschimpfungen und Drohungen berichtet. Dass er die Kuh doch noch geschlachtet hat, anstatt sie an die Tierschützer zu verkaufen, ist sein gutes Recht, war aber ein Eigentor – das hat den Fall neu belebt.

bo

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