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Nicht immer ein beschauliches Plätzchen: Das Gelände um den Seeshaupter Dampfersteg.

Partys an Seepromenade in Seeshaupt ärgern Anwohner - Beschwerdebrief an die Gemeinde

Die Anwohner der Seeshaupter Seepromenade befürchten Einbußen ihrer Lebensqualität, wenn die ihrer Ansicht nach unhaltbaren Zustände rund um den Dampfersteg von der Gemeinde nicht bald abgestellt werden. Deshalb schrieben sie einen Beschwerdebrief.

VON PETER STÖBICH

SeeshauptDie erbosten Bürger nehmen in dem Brief, der in der jüngsten Gemeinderatssitzung verlesen wurde, Bezug auf das Ende 2019 verabschiedete Dorfentwicklungskonzept, demzufolge das Gelände um den Dampfersteg gestalterisch und funktional aufgewertet werden soll. Trotz aller Wahlversprechen habe sich die Aufenthalts- und Lebensqualität aber deutlich verschlechtert. Ungeachtet der wartenden Bootspassagiere würden Jugendliche ungeniert an Hecken und Zäune pinkeln. „Erwachsene Gäste des Kiosks verschwinden schon mal im offenen Garten des Mouson-Hauses“, ärgern sich die Anlieger.

Dazu kämen weitere Probleme und Belästigungen, unter anderem durch den Lärm aus mobilen Musikanlagen – teils von Samstagmorgen bis spät in die Nacht hinein. Deshalb könne man Balkone und Gärten nur sehr eingeschränkt nutzen. „Seit Jahren haben wir in den Sommermonaten keine Nachtruhe mehr“, klagen die Beschwerdeführer.

Anwohner: Gesprächsversuche sind bisher gescheitert

Versuche, etwa durch Gespräche eine einvernehmliche Lösung zu finden, seien gescheitert, weil alkoholisierte Jugendliche aggressive Töne anschlagen würden. In ihrem Schreiben an die Gemeinde verweisen die genervten Bürger auf die Satzung zur Benutzung der öffentlichen Grünanlagen in Seeshaupt. Sie fordern sowohl eine gut sichtbare Beschilderung als auch konsequente Maßnahmen, damit die geltenden Regeln in Zukunft auch eingehalten werden. Außerdem müsse ab 22 Uhr eine ungestörte Nachtruhe gewährleistet sein.

Ähnliche Probleme in anderen See-Kommunen

Mit ähnlichen Problemen wie am Starnberger See haben auch andere Kommunen zu kämpfen, zum Beispiel Herrsching, Schondorf und Utting am Ammersee, wo wilde Partys zum Erlass eines Alkohol- und Musikverbots geführt haben. Denn per Handy und Internet können sich junge Leute heute sehr schnell untereinander verabreden und die an Handys angeschlossenen USB-Boxen werden immer leistungsfähiger. Deshalb griff zum Beispiel die Gemeinde Utting schon vor einiger Zeit zu drastischen Maßnahmen und verhängte ein Alkohol- und Musikverbot im Summerpark, der in den Wochenend-Nächten zunehmend zum „Ballermann am Ammersee“ verkomme, wie es im Gemeinderat hieß. Darum dürfen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes Personalien aufnehmen und Randalierer festhalten, bis die Polizei kommt.

Seeshaupter Gemeinderat will Arbeitskreis gründen

Wie man die geschilderten Probleme in Seeshaupt in den Griff bekommen könnte, wurde im Gemeinderat nicht weiter diskutiert. Bürgermeister Fritz Egold schlug vor, in einem Arbeitskreis über geeignete Maßnahmen zu sprechen und „Lösungen zu suchen, die für alle vertretbar sind“. Denn für die Missstände seien seiner Ansicht nach weniger Seeshaupter Jugendliche verantwortlich als vielmehr auswärtige Besucher, die am Samstagabend samt mit ihrem Equipment anrücken und das Gelände rund um den Dampfersteg belagern. „Die feiern natürlich lautstark und ohne Rücksicht auf Einheimische, die gern schlafen möchten“, sagte Egold. Er wohnt an der Seepromenade in zweiter Reihe und kennt die Probleme teils aus eigener Anschauung.

Ob künftig Security-Leute kontrollieren müssen oder andere Maßnahmen Erfolg versprechen, solle erst noch eingehend diskutiert werden. „Denn schließlich muss auch geklärt sein, wer das dann alles bezahlen soll“, gab der Bürgermeister zu bedenken.

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