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Dieser Rentner schaffte drei Straftaten binnen 50 Meter am Steuer. (Symbolbild).

„Ich war vollkommen durcheinander“

Renter (80) fährt mit seinem Auto 50 Meter - und begeht dabei drei Straftaten

Es waren nur 50 Meter, die ein Rentner mit seinem Fahrzeug zurücklegte. Aber auf dieser kurzen Fahrt beging der Mann gleich drei Straftaten. So erklärt er sich:

Seeshaupt – „Es war eine blödsinnige Idee“, sagte der Angeklagte. An einem Abend Mitte Februar dieses Jahres wollte der 80-Jährige sein Auto, das er wenige Meter entfernt von seinem Haus auf der Straße in Seeshaupt abgestellte hatte, umparken und in seine Garage stellen. 

„Ich hätte das genauso gut am nächsten Tag machen können“, erklärte er kopfschüttelnd. So setzte er sich aber in sein Fahrzeug. Vor diesem parkte das Auto seiner Nachbarin. Sonst stand kein Fahrzeug auf der Straße. Der Senior schaltete versehentlich in den Vorwärtsgang seines Automatikwagens, gab ordentlich Gas und rammte das Fahrzeug der Nachbarin. Und das so gewaltig, dass der 16 Jahre alte BMW der Nachbarin Totalschaden hatte, wie sich später herausstellte. 

Der 80-Jährige verlor bei dem Unfall das Kennzeichen. Statt sich um den Schaden zu kümmern und die Nachbarin zu verständigen, fuhr der Seeshaupter, der zudem betrunken war, sein Auto in die Garage. Danach sei er ins Haus gegangen, um mit seiner Frau zu beraten, was denn jetzt zu tun sei, sagte er vor Gericht.

Vorfall nicht gemeldet

„Sie haben den Vorfall nicht aktiv gemeldet“, sagte die Vorsitzende Richterin Christiane Serini. Neben der Gefährdung des Straßenverkehrs war somit nach Ansicht des Gerichts auch der Tatbestand des „unerlaubten Entfernens vom Unfallort“ gegeben. Nachbarn hatten den Aufprall gehört und die Eigentümerin benachrichtigt.

„Ich war vollkommen durcheinander“, sagte die Besitzerin, eine ältere Dame, vor Gericht. Sie fand das Nummernschild und konnte das Auto dem Angeklagten zuordnen. Sie verständigte einen befreundeten Nachbarn, und zusammen klingelte man bei dem Unfallverursacher. „Er gab den Unfall zwar zu, spielte das Ganze aber als Kleinigkeit herunter“, sagte der Freund der Frau, der die Polizei verständigte. Die Beamten stellten Alkoholgeruch bei dem Rentner fest. „Er hat es nicht geschafft, in das Röhrchen zu pusten“, sagte ein Polizist vor Gericht aus. Also musste er zur Blutprobe. Es stellte sich heraus, dass er mit 1,23 Promille deutlich alkoholisiert war. Nun kam auch noch eine Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr hinzu.

Richterin sah Tatvorwürfe als erwiesen an

Der Verteidiger führte an, dass sein Mandant von Anfang an geständig war, nie vorgehabt habe, den Unfall zu vertuschen und somit der Anklagepunkt wegen Unfallflucht nicht in Betracht käme. Auch habe er über seine Versicherung den Schaden sofort beglichen. Die Richterin sah jedoch alle drei Tatvorwürfe als erwiesen an. Die Strafzumessung, die sich nach dem Gehalt und den allgemeinen Vermögensverhältnissen des Angeklagten berechnet, fiel im Fall des Rentners recht hoch aus. Er wurde in allen drei Anklagepunkten schuldig gesprochen und erhielt eine Geldstrafe von 3850 Euro. Zudem wird dem Seeshaupter zehn Monate den der Führerschein entzogen.

Von Regina Wahl-Geiger

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