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Eröffnung der Festtage mit Dirndl und Lederhose: Auf dem Rathausplatz gab es ein Standkonzert, und Kinder des Trachtenvereins zeigten ihr Können. 

„Ein Dorf feiert 230 Jahre“

Seeshaupter Festtage nehmen Fahrt auf

„Es ist narrisch schön, dass ihr alle gekommen seid.“ Bürgermeister Michael Bernwieser stand die Freude ins Gesicht geschrieben, als er am Donnerstag vor zahlreichen Fahnen- und Vereinsabordnungen am Rathausplatz pünktlich um 18 Uhr die Festtage „Ein Dorf feiert 230 Jahre“ eröffnete.

Seeshaupt– Der erste Programmpunkt konnte sich wahrlich sehen respektive hören lassen: Der Kinderklub des Trachtenvereins „Würmseer Seeshaupt-St. Heinrich“ legte einen tollen Tanzauftritt hin, und die Seeshaupter Musikkapelle hatte ein 40-minütiges Standkonzert einstudiert. Als erstes Stück gaben die Musiker den „Deutschmeister-Regimentsgruß“ zum Besten - „weil der konzertanten Charakter hat und zu einer Festeröffnung sehr gut passt“, wie Dirigent Peter Gründl erklärte. 

 Beim Standkonzert war die Vorfreude der Seeshaupter auf die Festtage zu spüren. Schon nach 20 Minuten hatte Mitorganisatorin Sabine Pirk (Dorfbühne) bereits eine ganze Tüte an Festzeichen verkauft. Pirk war froh, dass es nun endlich losging: „Jetzt fällt der ganze Ballast ab. Die Vorbereitung bedeutete viel Arbeit, aber es hat allen Beteiligten auch großen Spaß gemacht.“ 

Dass gleich vier Vereine ihr Gründungsjubiläum gemeinsam feiern (der Trachtenverein wird heuer 100, die Fußballabteilung des FC Seeshaupt 90, die Dorfbühne 30 und der Burschenverein zehn Jahre alt), das hat es laut Bernwieser „mindestens die letzten 40 bis 50 Jahre in Seeshaupt nicht mehr gegeben“. Am Donnerstagabend ging’s nach dem Standkonzert schließlich ins 400 Personen fassende Festzelt hinter dem Feuerwehrhaus. Dort gestaltete der Trachtenverein einen Heimatabend – und die Festgäste, unter die sich auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß mischte, mussten nicht lange auf dem Trockenen sitzen. Lediglich zwei Schläge und einen Nachjustierer „zur Sicherheit“ brauchte Bernwieser, um auf der Bühne das erste Festbierfass anzuzapfen – eine souveräne Vorstellung des Rathauschefs.

Bernwieser trat am ersten Festabend quasi in Doppelfunktion auf. Als Trachtler-Chef blickte er auf die 100-jährige Geschichte seines Vereins zurück: „Es war ein erfolgreiches Jahrhundert. Der Trachtenverein ist ein wichtiger Bestandteil im Ort.“ Generell sei die Trachtenbewegung aus Bayern nicht wegzudenken. Nicht von ungefähr käme es, dass die Lederhose das bekannteste Kleidungsstück auf der Welt sei. Seinem Verein prognostizierte Bernwieser eine gute Zukunft – allerdings verbunden mit einer kleinen persönlichen Einschränkung: „Auf die nächsten 100 Jahre – aber nicht mehr mit mir.“

Zum Programm: Am heutigen Samstag steht im Rahmen der Festtage der Auftritt der Musikkabarett-Formation „Knedl & Kraut“ auf dem Programm. Am morgigen Sonntag kommt es schließlich zum Fest-Höhepunkt mit Kirchenzug, Festgottesdienst am Dampfersteg und Festausklang im Bierzelt.

Bernhard Jepsen

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