Seeshaupts Bürgermeister Fritz Egold vor dem Rathaus.
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Eine positive Bilanz über seine ersten 100 Tage im Amt zieht der Seeshaupter Bürgermeister Fritz Egold.

100 Tage als Bürgermeister im Amt

Selbst auf dem Weg ins Büro ist er mit Bürgern im Gespräch

Es waren schwierige Bedingungen, unter denen Seeshaupts Bürgermeister Fritz Egold ins Amt gestartet ist. Die Bilanz nach 100 Tagen fällt dennoch positiv aus - auch wenn er kaum mehr Privatmann ist.

Seeshaupt – Turbulente Monate liegen hinter Fritz Egold, der sein Amt als Bürgermeister von Seeshaupt mitten in einer problembeladenen Phase antreten musste. Nicht nur, dass die Corona-Pandemie im Frühjahr normale Gemeinderatssitzungen und Bürger-Besuche im Rathaus verhinderte – zum Zeitpunkt des Amtswechsels waren in der Verwaltung auch Bauamt und Kämmerei verwaist, weshalb unter anderem auch das Standort-Gutachten für einen neuen Supermarkt liegengeblieben war.

Für diesen holprigen Start „haben wir die Arbeit bis zur Sommerpause ganz gut hinbekommen“, stellt Egold fest. Von einem Stehpult aus leitet er die Sitzungen in der Mehrzweckhalle, an deren Ende eine Fragestunde für alle Zuhörer neu eingeführt wurde. Dass die Bürger dieses Angebot intensiv nutzen, freut Egold, der sich um Ausgleich und konstruktive Zusammenarbeit bemüht. „Denn es ist wichtig, dass wir im neuen Ratsgremium die nächsten Jahre gemeinsam agieren.“ Auf eine eigene Bürgersprechstunde im Rathaus, wie es sie in anderen Kommunen häufig gibt, verzichtet er, „denn meine Tür steht den Seeshauptern immer offen“.

Seeshaupt: Keine Bürgersprechstunde, aber immer eine offene Tür

In den kommenden Jahren stehen große und entsprechend kostspielige Aufgaben und Projekte an, zum Beispiel der Wasserhochbehälter oder ein zeitgemäßer Neubau, auf den die Feuerwehr schon sehr lange wartet. Doch wo soll Seeshaupt die Mittel für solche Millionenprojekte hernehmen? „Wir haben weder nennenswerte Reserven noch größere Gewerbesteuerzahler wie in der Nachbarkommune Bernried“, sagt der Bürgermeister. Auch wertvolle Grundstücke am See, die sich zu Geld machen ließen, besitzt die Gemeinde nicht, und sie wird sich deshalb etwas einfallen lassen müssen, damit sie weiterhin all ihre Pflichtaufgaben erfüllen kann.

Trotz dieser Probleme mache ihm die Arbeit in seinem Heimatort aber viel Freude, versichert Egold. „Denn man kann vieles mitgestalten und auf Jahre hinaus wichtige Weichen für alle Bürger stellen.“ Auch die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Iffeldorf sei sehr konstruktiv: „Hier gilt es, Synergien zu nutzen und nicht zweimal Geld für Geräte oder andere Dinge auszugeben, die man untereinander auch ausleihen kann.“

Seeshaupt: Bürgermeister Egold schon morgens sehr gefragt

Wenn Egold morgens zu Fuß in sein Büro geht, muss er quer durch den Ort und führt manchmal schon vor acht Uhr die ersten Gespräche mit Passanten. „Das ist am Wochenende kaum anders – als Bürgermeister ist man eben nur selten Privatmann.“

Tag für Tag wartet im Rathaus ein prall gefüllter Terminkalender auf Egold, manchmal ziehen sich Telefonate, Besprechungen, Presseanfragen und Sitzungen bis zu 14 Stunden hin. Neben diesen Pflichten gibt es aber immer wieder Grund zur Freude: „Trotz Corona-Krise sind im Dorf jetzt wieder die ersten öffentlichen Veranstaltungen möglich“, sagt Egold. So gab es in der Mehrzweckhalle den Büchermarkt, und Mitte September soll es statt „Seeshaupt erleben“ bei einem Aktionstag „Aufgspuit!“ heißen. Text: Peter Stöbich

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