„Summazeit“ in Seeshaupt: (v.l.) Bassist Preston Jones, Flo Mauch, Wolfgang Ramadan und Nicola Clarke. 

„Ramadan & Friends“ in Seeshaupt  

Der Sommer macht Laune

„Ramadan & Friends“ gastierten  in der „Summazeit“-Reihe in Seeshaupt. Mit ihr belebt Walter  Steffen vorübergehend das „Rote Haus“. 

Seeshaupt – Die derzeit an Lokalen etwas gerupfte Seeshaupter Hauptstraße liegt den Menschen noch am Herzen. Den Beweis erbrachte der Freitagabend, als sich das einstige „Sarto e Sarto“ auf einen Schlag wieder mit 70 gut gelaunten Menschen füllte – in der auf einen Sommer angelegten Kultur-Reihe „Summazeit“ von Walter Steffen.

Der Seeshaupter Regisseur schnappte sich dazu vier Bühnenmenschen, die ordentlich für Unterhaltung sorgten. Allen voran Wolfgang Ramadan, den viele als Veranstalter kennen. Der Isartaler ist allerdings auch selber nicht auf den Mund gefallen, wie er gleich mit pointierten bairischen Sprüchen klar machte. Auch eigene Lieder zur Akustikgitarre hatte er drauf, wozu Flo Mauch an der Cajon begleitete.

Internationales Flair bekam der Abend, als Kontrabassist Preston Jones sein Instrument melodiös anspielte und dazu in ein stilechtes Fifties-Mikrofon intonierte: „Won’t you stand by me“. Und die Überraschung folgte auf dem Fuße, denn Ramadan hatte Ben E. Kings Klassiker auf Bairisch drauf und textete auf den Starnberger See gemünzt: „Wenn da Himmel, der uns so gfallt, abafallt und zerbreeselt üban See, woan i net, na – i woan net, solang sie zu mia steht!“

Einige Ermahnungen durch Ramadan brauchte es dann, um den Lautstärkepegel des Publikums für Nicola Clarke etwas einzubremsen, denn die britische Sängerin hatte wahrlich Aufmerksamkeit verdient. Angelehnt am Duktus einer Joan Baez sang sie von ihrer eigenen Hippie-Zeit, als sie in einer Art Wohnwagen lebte und sich nach dem „Handy Man“ sehnte, dem praktisch veranlagten Reparaturtyp „with a little spare part for to breaking my heart“, mit einem geeigneten Ersatzteil zum Herzensbrechen.

Bei den Zugaben landete Bassist Preston Jones mit seiner souligen Stimme einen Volltreffer mit „Oh Lord, won’t you buy me a Mercedes Benz“. Und Wolfgang Ramadan verlegte sich auf seinen E-Gitarren-Spaten. Das ulkige Gartenbau-Instrument sah allerdings nur schmalbrüstig aus, tatschlich bewies es im Bo Diddley-Cover richtig Dampf.

Walter Steffen wirkte glücklich über den guten Zuspruch. Er habe die „Summazeit“ gestartet, um auch in der warmen Jahreszeit für Kultur in Seeshaupt zu sorgen. Bereits fix sind Folk mit „Byron“ (kommender Samstag, 22. Juli), italienische Canzoni („Piazza Grande“ am 5. August) und erdiger Kelten-Rock („Irxn“ am 11. August). Doch er habe so viel Spaß am Veranstalten, dass der bisher geplante Schlusspunkt womöglich noch nicht das letzte Konzert werde. „Ich kontaktiere gerade eine Blues-Band“, sagte Steffen strahlend, „man soll halt einfach öfter auf der Website vorbeischauen“:

www.weinundsein.de/veranstaltungen.

Andreas Bretting

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