Camperfreundin Marianne Heidkämper hatte die Ehre, den Fransigen Wulstling zuzubereiten.
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Camperfreundin Marianne Heidkämper hatte die Ehre, den Fransigen Wulstling zuzubereiten.

Sie fing auch schon Monster-Fisch

Sensationsfund am Starnberger See: Camperin findet unbekannten Riesenpilz - Update: Andere Sammlerin behauptet: „Habe einen auf dem Friedhof gefunden!“

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Einen spektakulären Fund machte Ingrid Remele dieser Tage am Südufer des Starnberger Sees: Einen Pilz, den außerhalb Norddeutschlands noch niemand gesehen hat. Nicht ihr erster Fang.

Seeshaupt – Kein Wunder, dass Ingrid Remele seit Jahren begeisterte Dauercamperin auf dem Platz in Seeshaupt ist: Dass der Starnberger See eine nahezu magische Wirkung hat, kann sie voll bestätigen. Remele, die eigentlich in München wohnt, hat zwei große Leidenschaften – das Angeln und das Schwammerlsuchen. Und ihre größten Erfolge in beiden Disziplinen feierte sie rund um Seeshaupt.

Sensationsfund am Starnberger See: Camperin findet unbekannten Riesenpilz

Vor gut drei Jahren zog sie einen rekordverdächtigen, 1,10 Meter langen Zander aus dem Starnberger See. Und dieser Tage entdeckte sie einen ebenso seltenen wie köstlichen Pilz in den Wäldern am Südufer. „Ich konnte es kaum fassen“, sagt sie.

Da stand er, gut 30 Zentimeter hoch, mitten im Wald: der Fransige Wulstling. „Ich war mir lange nicht sicher, dass es wirklich einer ist. Schließlich ist diese Pilzart eigentlich im Mittelmeerraum heimisch und meines Wissens nach in Bayern noch gar nicht gefunden worden“, sagt Remle. Lediglich in Norddeutschland seien bislang einige (deutlich kleinere) Exemplare gefunden worden.

Sensationsfund am Starnberger See: 30 Zentimeter hoch - mitten im Wald

Sie ging auf Nummer sicher, grub den Pilz samt Knolle aus und brachte ihn zum Pilzsachverständigen. Der bestätigte ihre Vermutung: Es handelt sich um den ersten „Fransigen Wulstling“, der in Bayern gefunden wurde. „Ich habe ihn nur ausgegraben, weil die Knolle immens wichtig für die korrekte Bestimmung ist“, erklärt Ingrid Remele. Sie bittet alle Schwammerlsucher, die ein weiteres Exemplar finden, dieses stehen zu lassen, damit in Zukunft mehr „Fransige Wulstlinge“ auf ihre Finder warten.

Ein Sensationsfang gelang Ingrid Remele im Juni 2017, als sie einen 1,10 Meter langen Zander aus dem See zog.

Das lohnt sich, wie die Finderin berichtet. Da der Pilz essbar ist und nun mal ohnehin ausgegraben war, hat sie ihn gemeinsam mit ihrer Camperfreundin Marianne erst geputzt und dann komplett verputzt, nachdem er in Butter angebraten war. Köstlich sei der Fransige Wulstling gewesen, berichtet sie. Besser als jeder Steinpilz habe der Schwammerl geschmeckt. Was Ingrid Remle zum größten Kompliment veranlasst: „Der Fransige Wulstling ist der Zander unter den Schwammerln.“

Update 4. August, 9.30 Uhr: Oberpfälzerin behauptet: „Habe schon einen auf dem örtlichen Friedhof gefunden“

Der Fund von Ingrid Remele sorgt mittlerweile in Fachkreisen für erhebliche Debatten: „Das, was Ingrid Remele gefunden hat, ist wohl ein Fransiger Wulstling, gehört aber weder zu den Champignons, sondern zu den Wulstlingen (Amanita) und ist in ganz Deutschland beheimatet und ganz und gar nicht selten - ich habe ihn sogar auf dem örtlichen Friedhof gefunden“ behauptet Elisabeth Mettler von der „Pilzkundlichen Arbeitsgemeinschaft Oberpfalz“. Damit zieht sie nicht nur die Aussage der Finderin Ingrid Remle in Zweifel, sondern unterstellt auch dem Pilzsachverständigen, den Remle konsultierte, in Zweifel.  Einen Beweis für ihren Fund in Form eines Fotos bleibt Elisabeth Mettler aber schuldig.

Update 4. August, 18 Uhr: Oberpfälzerin schickt Foto und verweist auf Karte

Elisabeth Mettler hat nun ein Foto an die Redaktion geschickt, um zu beweisen, dass sie bereits im vergangenen Jahr einen Fransigen Wulstling gefunden hat. Es soll 2019 vor dem katholischen Pfarramt in Schierling entstanden sein. Sie schreibt dazu: „In diesem Jahr konnte ich auch an gleichem Fundort wie letztes Jahr Fruchtkörper des Pilzes finden – diese fotografiere ich allerdings schon gar nicht mehr.“ Sie verweist auf eine Verbreitungskarte zum Vorkommen des Fransigen Wulstlings in Deutschland.

Dieses Foto von einem Fransigen Wulstling (Amanita strobiliformis) schickte Elisabeth Mettler an die Redaktion, um ihre Behauptung zu untermauern, sie habe bereits im vergangenen Jahr einen solchen Pilz gefunden. Im Hintergrund soll das katholische Pfarramt Schierling zu sehen sein.

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