+
Als Geschäftsführer steht Max Wagner heute an der Spitze  der „Gasteig München GmbH“.

Was macht eigentlich ... Max Wagner?

Glücklich als Chef am Gasteig

Eigentlich wollte Max Wagner Berufsmusiker werden. Doch dam kam für den 48-jährigen St. Heinricher alles ganz anders.

Seeshaupt/St. Heinrich – 2002 und 2004 stand Max Wagner im Saal der „Seeresidenz“ auf der Bühne und unterhielt das Seeshaupter Publikum mit Kunstliedern von Brahms und Schuhmann. Dem jungen Bassbariton schwebte damals noch eine Laufbahn als Berufsmusiker vor. Doch heute ist er Geschäftsführer des Münchner Gasteigs, Europas größtem Kulturzentrum mit jährlich 1700 Veranstaltungen und 1,8 Millionen Besuchern. Dort ist der 48-Jährige, der aus St. Heinrich stammt, nicht nur Chef von 140 Mitarbeitern, sondern auch für die Organisation der rund 450 Millionen Euro kostenden Generalsanierung zuständig, die 2020 beginnen soll.

Eine solch steile Karriere hat vor 13 Jahren niemand voraussehen können, auch er selber nicht. „Ich hätte es sicher nicht geglaubt und weit von mir gewiesen, da ich ja meinen Platz auf der Bühne und nicht dahinter gesehen habe. Aber jetzt bin ich sehr glücklich auf dieser Position“, sagt ein mit seinem Schicksal höchst zufriedener Max Wagner.

Diese Zufriedenheit scheint bei ihm zusätzliche Energien freizusetzen. Denn obwohl die Sanierung eines solchen Hauses schon im Vorfeld ein immenses Arbeitspensum mit sich bringt – schon allein die Suche nach alternativen Spielstätten ist eine Mammutaufgabe – beteiligt sich Wagner federführend an der Organisation des großen Münchner „Faustfestivals“ im kommenden Jahr. „Es ist mit das beglückendste Projekt, das ich in meiner Laufbahn begleiten darf. Nicht nur die Zusammenarbeit mit der Kunsthalle München ist wunderbar, sondern auch die Reaktion aller Kulturschaffenden in München“, schwärmt er. „Es ist immer wieder eine große Motivation, wenn man auf Treffen diese Aufbruchsstimmung spürt und die Bereitschaft der Akteure, gemeinsam fünf Monate mit Kultur zu gestalten. Das macht die Mehrbelastung neben dem normalen Gasteig-Geschäft und der Bauplanung mehr als wett.“

Bei genauerem Hinschauen ist Wagners beruflicher Höhenflug gar nicht so überraschend. Der Gasteig-Geschäftsführer hat Gesang und Jura studiert, und er hat für beides großes Talent. Diese Doppelbegabung war schon ausschlaggebend für seine Erfolge bei seiner ersten Anstellung 2005 beim Stuttgarter Kammerorchester, das er als geschäftsführender Intendant künstlerisch und finanziell wieder auf die Höhe brachte.

Vom Gärtnerplatz zum Gasteig

2012 ging Wagner dann als geschäftsführender Direktor ans Münchner Gärtnerplatztheater. Auch dort erwartete ihn kein normaler Spielbetrieb, sondern ein wegen Renovierungsarbeiten geschlossenes Haus, es erwarteten ihn ausgelagerte Büros und Werkstätten, zehn verschiedene Spielstätten, eine komplizierte Baustelle mitten in der Stadt und zusammen mit den Bauleuten 500 „Untergebene“, die er zu motivieren wusste. Er meisterte die Aufgabe offensichtlich so gut, dass die Stadt München ihn als Nachfolgerin von Brigitte von Welser an den Gasteig holte. Aber natürlich freut sich Wagner trotzdem schon auf den 19. Oktober, wenn das Staatstheater am Gärtnerplatz mit der „Lustigen Witwe“ nach fünf Jahren wiedereröffnet wird.

Renate von Fraunberg

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nostalgische Träume auf der Berghalde
Die Penzberger Berghalde war Schauplatz des großen Oldtimer-Treffens: Die Oldtimerfreunde im AMC Penzberg luden zum zweitägigen Stelldichein von Autos, Motorrädern und …
Nostalgische Träume auf der Berghalde
18-Jährige bei Unfall schwer verletzt
Eine 18-Jährige wurde am Montagabend bei einem Unfall schwer verletzt. Ersthelfer befreiten sie aus dem Auto.
18-Jährige bei Unfall schwer verletzt
1800 Musikanten im Wettstreit
Was die Musikkapellen aus dem Raum Landsberg, Schongau und Kaufbeuren so draufhaben, konnten sie am Wochenende bei den Wertungsspielen in Denklingen nicht nur den …
1800 Musikanten im Wettstreit
Eifersucht und Rollentausch im Stadttheater
Heikle Beziehungsfragen wurden auf der Bühne des Weilheimer Stadttheaters erörtert.  Das „Turmtheater Regensburg“ spielte das Stück „Offene Zweierbeziehung“.
Eifersucht und Rollentausch im Stadttheater

Kommentare