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Soll an der St. Heinricher Straße ein Parkverbot eingerichtet werden? Darüber scheiden sich die Geister.

Bürger und Landratsamt sind sich nicht einig

Gegen Parkverbot an St. Heinricher Straße

Seeshaupt - Bei einem Infoabend hat sich eine Mehrheit gegen den Vorschlag des Landratsamtes ausgesprochen, für die St. Heinricher Straße ein Parkverbot auszusprechen.

Es wäre alles so einfach, wenn der Seeshaupter Sonnenweg als Radweg hergerichtet werden könnte. Aber dagegen sträubt sich die Grundeigentümerin, der der Feldweg zum Teil gehört, schon seit Jahrzehnten. Leitragende sind die Radler, die auf der verkehrsreichen St. Heinricher Straße fahren müssen. Nun gibt es vom Landratsamt Bestrebungen, das Parken entlang der etwa einen Kilometer langen Verbindung zwischen Postkurve und „Lido“ generell zu verbieten und stattdessen auf beiden Straßenseiten entlang der Bürgersteige einen 1,25 breiten „Schutzstreifen“ durch eine unterbrochene Linie auszuweisen, die die Autofahrer bei freier Strecke überfahren dürfen. 

Bevor der Gemeinderat dazu Stellung nimmt, wollte das Gremium erst den Anliegern die Gelegenheit zu einer Aussprache mit den Vertretern der Behörden geben, mit Josef Guggemos vom Landratsamt, Martin Dondl vom Straßenbauamt und Uwe Ledermüller von der Polizei. Rein rechtlich kann das Landratsamt die Maßnahme allerdings auch ohne die Einwilligung der Gemeinde durchziehen. Seeshaupts 3. Bürgermeister Max Amon leitete die Diskussion im Sitzungssaal, zu der zwei Drittel der Betroffenen gekommen waren, dazu einige Gemeinderäte sowie Vertreter der „Dorfentwicklung“. 

Mit Ausnahme von zwei Bürgern lehnten alle die Radikallösung ab: Die Parkplätze am Straßenrand seien unentbehrlich für Besucher, Handwerker, Postauto etc., hieß es. Auch Touristen würden dort ihre Autos abstellen, um im Dorf einzukehren oder einzukaufen. Und für manche Besitzer der steil abfallenden Grundstücke auf der Seeseite käme ein Parkverbot vor der Haustüre fast einer Enteignung gleich, weil auf den Grundstücken kein Platz für ein Auto sei. So lauteten die Argumente der Anrainer, die zudem befürchten, dass die Raserei auf der St. Heinricher Straße ohne parkende Autos noch zunehmen werde. 

Diesen verkehrsberuhigenden Effekt hätten auch die Begrenzungslinien, hielten die Behördenvertreter dagegen, was die Bürger aber bezweifelten. Einige forderten sogar „Tempo 30“ auf der St. Heinricher Straße. Das sei auf einer Staatsstraße, die zugleich Autobahnzubringer und „Bedarfsumleitungsstraße“ ist, nicht durchsetzbar, so Guggemos und Ledermüller. Auch den südlichen Bürgersteig für Radfahrer freizugeben, sei nicht möglich, dafür sei er zu schmal. 

„Setzen Sie all ihre Kompetenz ein, um den Sonnenweg zu einem Radweg zu machen, das wäre die optimale Lösung“, appellierte Guggemos zum Schluss noch einmal an die Gemeinde. Amon versprach dies und sagte als Sofortmaßnahme häufigere Geschwindigkeitsmessungen in der St. Heinricher Straße zu.

Renate von Fraunberg

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