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Kleine Bühne für eine große Stimme: die aus Virginia stammende Sängerin Shelly Bonet samt Band im „Village“. 

Shelly Bonet begeisterte mit Band im „Village“

Wieder mal legendär

Habach - US-Sängerin Shelly Bonet begeisterte mit ihrer Band im rappelvollen „Village“. Das Lokal war rappelvoll.

 Das Habacher „Village“ ist ja legendär dafür, dass sich immer wieder große Bands mit noch größeren Namen ins „Kulturtal Obermühle“ verirren und dort im kleinen Club große Musik zu erleben ist. „Ten Years After“ waren schon da, „Wishbone Ash“, „The Animals“ und sogar „Deep Purple“. Shelly Bonet, die mit ihrer Band am Samstagabend den Weg aus der großen weiten Welt ins „Village“ gefunden hatte, ist zwar nicht so berühmt – auch wenn sie schon als „special guest“ von Michael Bolton und zusammen mit dem früheren „Jethro Tull“-Gitarristen Martin Barre aufgetreten ist. Dennoch war es mal wieder eines dieser großen „Village“-Konzerte, bei denen man sich irgendwie wundert, dass dessen Schauplatz ausgerechnet dieser kleine, urige Club ist.

Dass das Interesse an der kleinen Amerikanerin und ihren Bandkollegen groß sein würde, war schon auf dem Parkplatz zu sehen, wo sich Auto an Auto reihte. Und auch drinnen mussten sich die etwa 130 Zuschauer ein wenig quetschen. Doch es lohnte sich: Da war die starke Stimme von Shelly Bonet, die in Timbre und ihrer Art zu singen stark an Melissa Etheridge erinnert; da waren die vielen schönen Eigenkompositionen und die wenigen, sorgfältig ausgewählten Coversongs wie „I can’t stand the rain“, den Tina Turner berühmt gemacht hat. Doch man hatte nicht nur flotte, rockige Stücke im Programm, sondern auch ein paar Balladen und einen Blues, sodass keine Eintönigkeit aufkam.

Die Band, die die Bluesrock-Sängerin aus Virginia mitgebracht hatte, füllte die kleine Bühne im „Village“ mit Keyboard, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug gut aus. Die Musiker brauchen sich hinter ihrer Frontfrau nicht zu verstecken: Es sind allesamt Könner an ihrem Instrument, die dennoch als Band eine Einheit bilden und das ideale Bett für Bonets soulige Stimme geben – deren Kraft und Ausdrucksstärke umso mehr verwundert, als sie aus dieser kleinen, schmächtigen Person röhrt.

Die Band war rund einen Monat lang auf Deutschlandtournee, im „Village“ hatte sie vorerst ihren letzten Auftritt in Europa. Doch an Energie und Spielfreude mangelte es den Musikern nicht. Immer wieder wurde auf der Bühne gefeixt und gelacht. Das und die einfach gute Musik sorgten für beste Stimmung und glückliche Gesichter, sodass der letzte Song des Abends („Superstition“ von Stevie Wonder), bei dem sich zudem jeder Musiker mit einem kleinen Solo verabschiedete, viel zu früh kam. Schön, dass es sie noch gibt, diese legendären „Village“- Konzerte! 

Kathrin Hauser

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