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Emotional gestaltete das Weilheim-Peißenberger Duo mit Martha Feneberg (stehend) und Christine Schiebel seinen Auftritt. 

„kunstbändiger“

Sieben Auftritte, drei Stunden Unterhaltung

Weilheim – Zum 3. Mal veranstalteten die „Kunstbändiger“ einen „Abend des offenen Vorhangs“. Sieben Auftritte  sorgten für drei Stunden Unterhaltung.

Zum dritten Mal veranstaltete das Team der „Kunstbändiger“ auf seiner Stammbühne im Bistro „Hänsel’s“ einen „Abend des offenen Vorhangs“. Sieben Auftritte nach Eingang der Meldungen hatten Platz und sorgten für drei Stunden Unterhaltung.

Zunächst gehörte die Bühne am Samstagabend Hans-Peter Grünebach. Der Pollinger ordnete in einem Kapitel seines 2014 erschienenen Buches „Sportissimus“, sorgfältig betont, die Gefahren des Himalayas einem Dialog der Berggötter unter. Mit seinem ersten öffentlichen Auftritt in Weilheim machte Michael Pfaffinger neugierig. Obwohl erst 23-jährig, bewältigte der Nachwuchs-Kabarettist eine lange Tour d’horizon über die aktuelle Politik und imitierte passend Merkel und Schröder. Aus der Haltung einer verdrucksten Schüchternheit überraschte der Penzberger mit derben Stichen, blieb inhaltlich aber dem Mainstream verhaftet. Mit der Grundhaltung „Konservative doof, Flüchtlinge toll“ laufen schockweise Bühnenleute herum – zum Aufbau eines eigenen Profils eher also ein undankbarer Ansatz.

Als „Georgia and June“ musizierte die Auswahlformation der beiden Frontfrauen der Stammgast-Band „GeorgiaRina“. Ebenfalls als Doppelpack erschien Angie Lang. Selber an der Gitarre und mit einer zweiten unterstützt, ließen die einfühlsame Lieder der Trauchgauerin auf einige Lebensenttäuschungen schließen. Fein beobachtet der englische Text über eine Beziehung, worin die Frau sich den Partner beständig schönredet – aber ebenso ehrlich wie unerklärlich mag.

Ebenfalls emotional gestalteten Martha Feneberg (Jazzgesang) und Christina Schiebel (Background und Instrumente) ihre Musik. Neben Coverstücken von Adele und Leonard Cohen hatte das erstmals in dieser Formation öffentlich auftretende Weilheim-Peißenberger Duo auch eine Eigenkomposition auf Deutsch im Gepäck: das leicht Kirchentags-artige, dabei in schönem Harmoniegesang präsentierte „Wünsche sind erfüllbar (Ein Traum)“.

Für den lockeren Part sorgte die Dreier-Formation „The Lucky Charms“, die mit irischen Melodien und Gesängen zu Flöte, Gitarre und Schlagwerk für Schwung sorgte. Meistens ist die 2013 gegründete Formation in Füssen als Straßenmusik unterwegs.

Schon seit vier Jahren singt Melanie Zech von der ersten Liebe – und dabei ist sie heute erst 16. Die Pählerin überzeugte nicht nur mit Eigenkompositionen und einer fantastisch ins Soulige ausgreifenden Stimme, sondern auch mit professioneller Bühnenpräsenz. Stimuli ans Publikum und Dank an die Veranstalter kamen ihr so locker von den Lippen, als stehe sie ähnlich wie Sophie Hunger jede Woche mehrfach auf der Bühne. „Es scheint ja so, als ob Pähl wegen Thomas Müller bekannt sei, ich glaub’ aber eher, das ist wegen Mellie Zech“, lobte „Kunstbändiger“ Sebastian Leistner, und vom aufmerksamen Publikum kam zustimmender Jubel. Der nächste „Offene Vorhang“ findet in einem Jahr statt – spätestens, denn die Anmeldungen reichen jetzt schon für mehrere Events.

Andreas Bretting

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