Die Raubtier-Nummer zog die Zuschauer in ihren Bann.
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Die Raubtier-Nummer zog die Zuschauer in ihren Bann.
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„Circus Krone“ in Sindelsdorf

Nervenkitzel und Lachattacken

Es war in Sindelsdorf, wie man sich Zirkus vorstellt: Akrobaten und Clowns, Elefanten und Raubtiere. Das alles bot der „Circus Krone“ bei seinem erstmaligen Gastspiel im Dorf.

SindelsdorfTiefe, dumpfe Bassklänge zum Auftakt. „Tsavo“ betritt mit seinen 42 Jahren die Arena und schreitet langsam durch die Manege. 30 Jahre Zirkuserfahrung hat er auf dem Buckel und majestätisch präsentiert der Nashornbulle den rund 2500 Besuchern seinen 3,5 Tonnen schweren Körper. Es war eine Premiere in Sindelsdorf: Mit der Jubiläumstour „Evolution“ gastiert bis zum heutigen Montag der „Circus Krone“ erstmalig in seiner 111- jährigen Geschichte im Dorf.

Am Freitagnachmittag war die erste Vorstellung – und ein voller Erfolg. Die Besucher strömten nur so in das 4000 Plätze bietende Zirkuszelt und nicht nur die Kinder im Publikum waren restlos begeistert. „Das ist ja wie im Fernsehen, aber live viel schöner“, sagte ein Mann. Das dreistündige, hochkarätige Programm, gestaltet von 54 Artisten, Tierlehrern und Clowns aus zwölf Nationen, hatte es in sich. „Circus Krone“ setzt ganz auf traditionellen Zirkusflair. Unter dem Motto „Lachen, träumen, staunen“ dürfen die Zuschauer die gute alte Zirkusluft schnuppern. Zuckerwatte gehört dazu, der Raubtierkäfigaufbau nach der Pause und die Trapezkünstler zum Schluss.

Und die Menschen mögen den Nervenkitzel. Mit hochgerecktem Kopf auch einmal schreien dürfen, wenn Mikel von den „Flying Zuniga“ aus Brasilien den legendären dreifachen Salto Mortale am Trapez oben unter der Zirkuskuppel wagt – und das auch noch mit verbundenen Augen. Oder einmal mal wieder so richtig lachen kann über Clowns, deren Blödeleien so urkomisch waren, dass gestandene Mannsbilder sich den Bauch hielten. Auch starke Männer gab es schon immer im Zirkus. Staunen konnte man über Koloss Suba: Ein 120 Kilo schwerer Mongole, der eine mannshohe Körperpyramide stemmte. Oder „Crazy Wilson“ aus Kolumbien, der auf einem Todesrad balancierte und damit die Menschen vor Angst zum Schreien brachte.

Die Faszination, das Zauberhafte, fehlte auch nicht. Als die Pferdeflüsterin Jana Mandana einen prachtvollen Schimmel erhoben auf den Hinterbeinen durch die Manege schreiten ließ. Als buntschillernde Papageien minutenlang die Zirkuskuppel umkreisten und sich bei ihrem Tierlehrer Alessio aus Italien dafür von Schnabel zu Mund Erdnüsse zur Belohnung abholten. Wunderschön! Tierdressuren gehören für „Circus Krone“ zur Tradition. Hier werden wachsame, intelligente, gut gepflegte Tiere vorgestellt. Einen starken Auftritt boten die sechs bunt geschmückten Elefanten, die trotz Tonnenschwere ein nahezu leichtfüßiges Ballett vorführten. Und natürlich gehört eine Raubtiershow dazu. Hier in Sindelsdorf konnte man die laut Zirkus größte gemischte Raubtiernummer der Welt mit 26 goldfarbenen und weißen Tigern und Löwen erleben. Einen Goldenen und einen Silbernen Clown erhielt Dompteur Martin Lacey jr. aus Großbritannien bereits als Auszeichnung dafür. Und das zu Recht. Als der weiße Löwe „Baluga“ und „Lacy“ zum Schluss schlafend in der Manege lagen, war die Zirkusshow perfekt.

Regina Wahl-Geiger

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