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Mähen mit zwei  Pferdestärken auf dem Urhtaler  Hof

„Tag des offenen Hofes“

Serienstars auf dem Bauernhof

Alte Traktoren und Mähmaschinen mit Pferdegespann, andererseits ein moderner Kuhstall mit Melkroboter. Wie sich die Landwirtschaft wandelt, erlebten die Besucher beim „Tag des offenen Hofs“. Und es gab Autogramme: von Schauspielern der Serie „Dahoam is dahoam“.

Sindelsdorf/PählMähen mit der Sense, ein Pferdegespann, das Heu auf einem Karren zieht, das von Hand abgeladen wird – noch vor 100 Jahren war das in der Landwirtschaft gang und gäbe. Wer Pferde zum Einsatz bringen konnte, war da schon privilegiert. Ab den 1920er Jahren waren die ersten Traktoren auf großen Höfen. Wie sich die Arbeit in der Landwirtschaft verändert hat, sahen die Besucher am Wochenende auf dem Gelände des Urthalerhofs bei Sindelsdorf. Die Familie Käser beteiligte sich am „Tag des offenen Hofes“, genauso wie bei Pähl die Familie Weber. Initiiert wurde der Tag vom Deutschen Bauernverband, dem Bund der Deutschen Landjugend und dem Deutschen Landfrauenverband.

Die Attraktion in Sindelsdorf waren drei Darsteller der BR-Fernsehserie „Dahoam is dahoam“. Silke Popp („Uschi“ Kirchleitner), Bernhard Ulrich (Hubert Kirchleitner) und Christine Franzel (Landfrau Zenzi Zöttl) hatten kaum Platz genommen, als sich eine lange Schlange von Besuchern bildete, die ein Autogramm, ein Selfie oder beides wollten. Geduldig beantworteten die Schauspieler die Fragen, posierten vor den Kameras und schrieben Widmungen auf Autogrammkarten, T-Shirts und in Alben.

Die Besucher konnten sich ebenso Vorführungen passend zum Thema „Landwirtschaft im Wandel der Zeit“ ansehen. Raritäten wie der „Dieselross F18“ der Firma Fendt aus dem Jahr 1937 erregten das Interesse vor allem der Männer. Peter Meier, ein Sammler alter Traktoren aus Eglfing, demonstrierte den Einsatz des Mähwerks. Auf der Wiese daneben wurde mit zwei Pferdestärken gemäht: Alois Deisenberger aus Penzberg lenkte ein Gespann, das einen Mähbalken zog, über die Wiese mit kräftigem Gras. Für die Kinder gab es derweil jede Menge Spaß beim Kartfahren, Ponyreiten, auf der Kutsche oder beim Versuch, Hühner zu füttern.

Auch zum Weber-Hof in Pähl kamen viele Besucher. „Eine Entscheidung für die Zukunft“, so Johannes Weber, sei der Neubau des Kuhstalls auf der Anhöhe zwischen Pähl und Fischen gewesen. Die 70 Milchkühe und Kälber sollen sich in dem großen und luftigen Stall wohlfühlen. Dafür hat die Familie Weber einiges investiert. „Wir Landwirte haben ein Imageproblem in der Bevölkerung und deshalb ist es uns wichtig, dass sich die Menschen hier selbst informieren und dann hoffentlich ein anderes Bild im Kopf haben.“

Wer wollte, konnte an Hofführungen teilnehmen oder auf Infotafeln lesen, dass jeder Kuh im neuen offenen Laufstall 20 Quadratmeter mit Einstreuboxen zur Verfügung stehen. Wenn das Euter drückt, gehen die Kühe selbstständig zum Melkroboter und können sich anschließend das Fell bürsten lassen. Beim Tag des offenen Hofes konnten die Besucher zudem Bulldog-Oldtimer bewundern oder mit der Pferdekutsche ein paar Runden drehen, um danach die herrliche Aussicht auf die Alpen zu genießen.

Anneliese Steibli
und Emanuel Gronau

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