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Streitobjekt: Das Campendonk-Haus in Sindelsdorf

Bauvorhaben in Sindelsdorf

Campendonk-Haus: Votum für Abriss

Sindelsdorf – Obwohl das Campendonk-Haus in Sindelsdorf auf der Denkmalliste steht, hat eine Gemeinderatsmehrheit einen Abriss und Neubau an derselben Stelle befürwortet

Mit neun gegen drei Stimmen sagte der Gemeinderat „Ja“ zu einem entsprechenden Antrag auf Vorbescheid: In diesem ging es um den Abriss des Hauses an der Sindelsdorfer Hauptstraße und einen Ersatzbau. In dem alten Gebäude hatte einst der Maler Heinrich Campendonk für kurze Zeit gelebt. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte das Haus vor wenigen Jahren gegen den Widerstand des Eigentümers und eines Großteil des Gemeinderats in die Denkmalliste aufgenommen.

Das Campendonk-Haus hatte den Gemeinderat schon in der zurückliegenden Amtsperiode beschäftigt. Im Jahr 2010 stimmte das Gremium mehrheitlich einem Antrag zu, das alte Haus abzureißen. Damals machte das Landesamt für Denkmalpflege allerdings dem Bauherrn überraschend einen Strich durch die Rechnung: Es setzte das Gebäude auf die Denkmalliste. Das sorgte wiederum für Verärgerung im Gemeinderat. Der Rat sprach sich gegen die Aufnahme in die Liste aus – was allerdings folgenlos blieb und an dem Abriss-Verbot nichts mehr änderte. Das Landratsamt schickte damals dem Eigentümer zudem eine Anordnung zum Unterhalt und wies ihn auf die Pflicht hin, das Haus zu erhalten.

In der aktuellen Sitzung erläuterte Sindelsdorfs stellvertretender Bürgermeister Andreas Obermaier den Antrag. Dort hieß es ebenso, dass der Vorbescheidsantrag den Vorgaben und Festsetzungen des Bebauungsplans widerspreche: Das Campendonk-Haus steht im südlichen Bereich des Grundstückes; ein Neubau müsste entsprechend der gültigen Baulinie nach Norden versetzt und parallel zur Hauptstraße errichtet werden. Obermaier führte auch an, dass beim Abbruch der bestehenden Hofstelle ein Neubau optisch an den Altbestand angeglichen und der bäuerliche Charakter gewahrt werden müsste. Außerdem müsse – entgegen dem Antrag – der ehemalige Wirtschaftsteil vom Wohnhaus abgesetzt gebaut werden.

Dies alles fochte die Mehrheit des Gremiums nicht an. Sie befürwortete den vorgelegten Antrag zum Abriss des denkmalgeschützten Hauses und den Neubau. Dagegen stimmten Andreas Obermaier, Christl Hübner und Klaus Lantenhammer. Bürgermeister Josef Buchner nahm aus verwandtschaftlichen Gründen weder an der Diskussion noch an der Abstimmung teil.

Elvira Mrotzek

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