Ein Teil der Familie war Jule für die Dierkes aus Sindelsdorf. Das Foto zeigt sie mit Paulina Dierkes.
+
Ein Teil der Familie war Jule für die Dierkes aus Sindelsdorf. Das Foto zeigt sie mit Paulina Dierkes.

“Krampfend und zuckend am Boden“

Wegen rücksichtsloser Aktion: Familienhündin „Jule“ muss grausam sterben

  • Stephanie Uehlein
    vonStephanie Uehlein
    schließen

Jule, die Hündin der Dierkes aus Sindelsdorf, starb nach einem Spaziergang einen grausamen Tod. Nun möchte die Familie andere Hundebesitzer warnen.

  • Ein Spaziergang endete für eine Hündin bei Sindelsdorf tödlich. 
  • Das Tier hatte wohl verdorbene Essensreste, die in einem Abfallhaufen lagen, gefressen.
  • Nun will die Besitzerin andere Hundebesitzer wachrütteln.

Sindelsdorf – Am Abend des 7. Januar hatte Anne Dierkes’ Tochter Paulina (20) wie gewohnt mit Jule und ihren zwei Pferden eine Runde an den Osterseen gedreht. Dabei war die Jagdhündin der Rasse „Magyar Vizsla“ einmal kurz verschwunden.

Wegen rücksichtsloser Aktion: Familienhündin stirbt qualvoll - Besitzerin will aufrütteln 

Wie sich laut der Familie Dierkes später herausstellte, muss sie in dieser Zeit von verdorbenen Essensresten gefressen haben, die in einem Abfallhaufen lagen. Nach dem etwa einstündigen Ausritt wieder beim Pferdestall angekommen, hatte die zehnjährige Hündin dann plötzlich einen Krampfanfall. Sie lag „krampfend und zuckend auf Boden“, wie sich Paulina Dierkes erinnert, und konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten.

Die junge Frau verständigte die Tierklinik in Weilheim und machte sich mit dem Hund auf den Weg dorthin. Unterwegs rief sie ihre Mutter an, die – wie sie sagt – direkt mitbekam, wie stark Jules Krämpfe waren. Sie habe das Poltern im Auto sogar am Telefon hören können, sagt Anne Dierkes. In der Tierklinik wird Jule dann mit Verdacht auf eine Vergiftung intensiv behandelt. „Die Ärzte taten, was sie konnten“, so Anne Dierkes. Das stark leidende Tier bekam eine Infusionsbehandlung, ihm wurde der Magen gespült, und es wurde sogar mehrfach narkotisiert. Viermal wurde laut Anne Dierkes versucht, das Tier aus der Narkose zu wecken. Doch die Qualen der Hündin erschienen so schlimm, dass diese immer wieder betäubt wurde.

Video: Warnung vor Giftködern in Penzing - ein Hund bereits Opfer

Bei Sindelsdorf: Familienhündin stirbt qualvoll  - „Waren in Schockstarre“

Als Jule für einen Ultraschall und die Magenspülung in den OP geschoben wurde, sah Paulina Dierkes sie zum letzten Mal lebend, doch das wusste sie zu diesem Zeitpunkt nicht. Bei einem Versuch, die Hündin erneut zu narkotisieren, hörte das Herz des Tieres laut Anne Dierkes zu schlagen auf.

„Wir waren zunächst alle in Schockstarre“, erklärt Anne Dierkes. „Jule war immer und überall dabei.“ Die Hündin sei „ein Teil der Familie“ und „topfit“ gewesen. Als Paulina Dierkes noch einmal mit einer Freundin den Weg abging, den sie mit Jule bei dem Ausritt am 7. Januar zurückgelegt hatte, fand sie in einem Abfallberg stark verdorbene Essens- und Fleischreste. Diese Abfälle dürften der Jagdhündin zum Verhängnis geworden sein.

Wegen rücksichtsloser Aktion: Familienhündin stirbt qualvoll - Polizei ist eingeschaltet

Die Polizei wurde verständigt und hat sich des Falles auch angenommen, wie Anne Dierkes berichtet. „Es geht nicht darum, jemanden zu verurteilen“, betont sie. Sie wisse schließlich nicht, warum jemand seinen Müll in der Natur entsorgt habe. Aber sie wünscht sich, dass nicht auch noch andere Tiere wegen eines solch „verantwortungs-, rücksichtslosen und egoistischen Verhaltens“ sterben müssen. „Es ist uns wirklich eine große Herzensangelegenheit, zu verhindern, dass weitere Tiere sinnlos ihr Leben verlieren und einen derart qualvollen Tod sterben“, erklärt Anne Dierkes, die sich derzeit in den USA aufhält.

Ihre Familie will sich trotz der schlimmen Erlebnisse wieder einen Hund zulegen. „Wir können uns nicht vorstellen, ohne Hund zu sein“, sagt Anne Dierkes.

sts

Dass ein freilaufender Hund mitten in der Natur auf Essen stößt, das dort zurückgelassen wurde, ist kein Einzelfall. Das bestätigt Hundebesitzerin Gabriele Künne aus Marnbach.

Immer wieder sterben Hunde auch, weil sie Giftköder fressen. In Dießen am Ammersee reagierte eine junge Hundehalterin jedoch rechtzeitig reagiert und rettete ihren Hund damit vor einer Vergiftung.

Weitere Infos und Nachrichten aus Weilheim und der Region lesen Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Streiterei in Weilheim eskaliert: Angreifer schütteln sogar Kinderwagen samt Baby
Streiterei in Weilheim eskaliert: Angreifer schütteln sogar Kinderwagen samt Baby
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Sieben neue Fälle - Berufsschul-Klasse und zwei Lehrer in Quarantäne
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Sieben neue Fälle - Berufsschul-Klasse und zwei Lehrer in Quarantäne
Mehrere schwere Unfälle: Zahlreiche Schutzengel im Raum Penzberg unterwegs
Mehrere schwere Unfälle: Zahlreiche Schutzengel im Raum Penzberg unterwegs
Gemeinde Bernried will Kloster kaufen
Gemeinde Bernried will Kloster kaufen

Kommentare