Wo jetzt noch Pendler ihre Autos parken, möchte die Gemeinde Sindelsdorf auf ihrem Grund an der A 95 ein Gewerbegebiet ausweisen. Geplant sind zwei Supermärkte, eine Tankstelle sowie ein Drogeriemarkt.
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Wo jetzt noch Pendler ihre Autos parken, möchte die Gemeinde Sindelsdorf auf ihrem Grund an der A 95 ein Gewerbegebiet ausweisen. Geplant sind zwei Supermärkte, eine Tankstelle sowie ein Drogeriemarkt.

An der A 95 bei Sindelsdorf

Neues Gewerbegebiet: Jetzt ist die Öffentlichkeit am Zug

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Der nächste Schritt zum Bau eines Gewerbegebiets an der A 95 bei Sindelsdorf ist getan: Der Gemeinderat billigte in seiner jüngsten Sitzung wichtige Planentwürfe – als nächstes ist nun die Öffentlichkeit am Zug.

Sindelsdorf – Zwei Supermärkte, eine Tankstelle mit Shop und Waschanlage sowie ein Drogeriemarkt: Das möchte ein Investor, die CDP GmbH, auf dem rund 14 000 Quadratmeter großen Areal an der Autobahn A 95 auf Sindelsdorfer Flur errichten (wir berichteten).

Um die derzeitige Fläche – es handelt sich dabei zum einen um das Areal des Park & Ride-Parkplatzes sowie zum anderen um eine daran angrenzende Grünfläche Richtung Autobahn – in Gewerbeflächen umzumodeln, musste der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans für gut befinden – und das war an diesem Abend im Saal der Sindelsdorfer „Post“ reine Formsache. Ohne Diskussion billigte das Gremium den Entwurf einstimmig. Damit kann das Verfahren starten, bei dem etwa Behörden oder Naturschutzverbände – also die so genannten „Träger öffentlicher Belange“ – ihre Stellungnahmen zu dem Vorhaben abgeben können. Auch die Bürger können ihre Anregungen vorbringen.

Auf Asphalt ins Gewerbegebiet

Wie Bürgermeister Andreas Obermaier sagte, sollen vorerst nur die westlichen Flächen des Areals überplant werden, die sich im Gemeindebesitz befinden. Der Eigentümer der östlichen Teilfläche habe aber schon angefragt „ob wir es gleich mit überplanen wollen“, so Obermaier. Konkret sei aber noch nichts.

Den Entwurf für den Bebauungsplan namens „Gewerbegebiet Hochleiten I“ billigte der Gemeinderat im Anschluss ebenfalls – allerdings mit der Gegenstimme von Michael Schwertl (UWS). Er hatte zuvor angeregt, entlang des bestehenden Wirtschaftswegs vom P&R-Parkplatz zum Schützenheim einen Radweg zu bauen. Wie VG-Mitarbeiterin Astrid Rehmet auf Nachfrage erläuterte, habe der Investor diesen bereits asphaltierten Weg als Zuwegung ins Gewerbegebiet vorgesehen. Ob dieser doch recht schmale Weg aber als öffentlichen Verkehrsweg von den Behörden genehmigt werde, sei fraglich.

Mit der mehrheitlichen Billigung des Bebauungsplanentwurfs wird nun auch dieser ins Verfahren starten. Auch hier können Bürger, Behörden und Co. ihre Stellungnahmen abgeben. Wie Rehmet sagte, werden beide Pläne vermutlich ab Oktober für vier Wochen erstmals öffentlich ausgelegt.

Areal ist eine aufgeschüttete Kiesgrube

Damit startet ein Verfahren, dessen Ausgang und Dauer noch ungewiss scheinen. Rehmet zumindest rechnet mit einigen Einwänden gegen das Projekt. Deshalb werde die Realisierung dauern. Gut möglich auch, dass der Investor Umplanungen vornehmen müsse. Unter anderem sei noch unklar, wie die Zufahrt von der B 472 ins Gewerbegebiet gestaltet werden soll. Dazu werde sich das Staatliche Bauamt im Zuge der ersten Auslegung aber sicher äußern. Seitens des Naturschutzes rechnet Rehmet dagegen mit weniger Problemen, da es sich bei dem Areal um eine aufgeschüttete Kiesgrube handele.

Vermutlich erst Anfang 2022 werde der Gemeinderat die eingegangenen Stellungnahmen abwägen. Im Anschluss sei eine weitere öffentliche Auslegung erforderlich – „mindestens“.

Was den bestehenden Pendlerparkplatz betrifft, so solle der erhalten bleiben – nur wo und in welcher Größe, sei noch unklar.

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