+
Die Solarparks an der Bichler Straße in Penzberger (Foto) laufen. Sindelsdorf sprach sich gegen eine solchge Anlage aus. f

Nicht auf der Wiese!

Sindelsdorf sagt „Nein“ zu Solarpark

Einen Solarpark wollten die Stadtwerke Penzberg und das Münchner Unternehmen „Vispiron“ in der Gemeinde Sindelsdorf errichten. Doch der Gemeinderat lehnte das Projekt in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig ab.

Sindelsdorf – Spätestens seit die zwei Solarparks an der Bichler Straße unweit der Penzberger Stadtgrenzen im August letzten Jahres ans Netz gingen (wir haben berichtet), ist man bei den Penzberger Stadtwerken auf den Geschmack gekommen. Gerne würde man weitere derartige Freiflächen-Anlagen errichten, wie Stadtwerke-Chef Josef Vilgertshofer bei der Eröffnung der Anlage deutlich machte. Doch geeignete Flächen zu finden, ist nicht einfach. Denn um eine Einspeisungsvergütung zu erhalten, müssen die Flächen innerhalb eines 110 Meter breiten Streifens an Bahnstrecken oder Autobahnen liegen oder es muss sich um so genannte Konversionsflächen – zum Beispiel ehemalige Gewerbegebiete – handeln. Möglich ist es auch, sich mit Acker- oder Grünlandflächen bei der Bundesnetzagentur zu bewerben.

In Sindelsdorf hatten die Stadtwerke und das Münchner Unternehmen „Vispirion“ nun eine derartige landwirtschaftliche Fläche östlich der Autobahn A 95 und nördlich der Bundesstraße B 472 ins Auge gefasst, wie Bürgermeister Josef Buchner in der Gemeinderatssitzung erläuterte. Das Grundstück, auf dem derzeit Mais angebaut werde, befinde sich in Privatbesitz. Größe laut Buchner: rund 30 000 Quadratmeter.

Wie Buchner ausführte, würde die geplante Freiflächenanlage über eine Leistung von insgesamt 1,5 Megawatt Peak (MWp) verfügen. Damit könnte der Strombedarf für alle Sindelsdorfer Haushalte gedeckt werden, verdeutlichte der Rathauschef die Leistungsfähigkeit der Anlage. Schon jetzt würden allerdings 98 Prozent des in Sindelsdorf verbrauchten Stroms aus regenerativen Energien gewonnen. Das sei zumindest der Stand Ende 2017 gewesen. Grund dafür sei der seit 2012 bestehende Solarpark auf Sindelsdorfer Flur, der gegenüber der Kiesgrube Richtung Habach hinter einer Senke verborgen liegt. Er verfügt laut Buchner über eine Leistung von 980 Kilowatt Peak (KWp).

„Grundsätzlich sollte man das fördern“, sagte der Gemeindechef nun zur geplanten neuen Freiflächenanlage im Hinblick auf Klima- und Umweltschutz. Doch die Fläche, auf der dieses Projekt realisiert werden soll, stieß bei ihm und seinen Räten auf Kritik. Denn dabei handelt es sich laut Michael Greiter um „landwirtschaftlichen Grund bester Qualität“. Den solle man nicht für derartige Freiflächen-Anlagen hergeben. Dazu gebe es nach Greiters Ansicht genug andere geeignete Flächen. Auch Buchner betonte, dass es sich bei der Fläche um hochwertigen landwirtschaftlichen Grund handele. Vor diesem Hintergrund lehnte der Gemeinderat die Einleitung einer entsprechenden Bauleitplanung zur Realisierung des Solarparks einstimmig ab.

Lesen Sie hier mehr über Photovoltaikanlagen  in Penzberg.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Klimanotstand“ in Oberhausen?
Ruft Oberhausen als erste Kommune im Landkreis den „Klimanotstand“ aus? Dies verlangt ein Bürgerantrag. Wann sich der Gemeinderat damit befasst, ist allerdings unklar.
„Klimanotstand“ in Oberhausen?
Markus Kunzendorf will für ÖDP Landrat werden
Nun hat auch die ÖDP ihren Landratskandidaten gewählt: Markus Kunzendorf aus Oberhausen tritt bei der Kommunalwahl an. 
Markus Kunzendorf will für ÖDP Landrat werden
Initiative feilt an Bürgerbahnhof-Idee für Penzberg - und erzählt von einem Vorbild mit Brauerei
Von der Idee, den Penzberger Bahnhof in einen Bürgerbahnhof mit Brauerei, Gastronomie und Bühne zu verwandeln, war schon länger nichts mehr zu hören. Im Hintergrund …
Initiative feilt an Bürgerbahnhof-Idee für Penzberg - und erzählt von einem Vorbild mit Brauerei
Die Umfahrung, die Bürger und die Demokratie
Wie heiß das Thema „Umfahrung“ in Weilheim diskutiert wird, das zeigten bei der Sondersitzung des Stadtrates am Dienstag auch drei Anträge. Angenommen wurde vorerst nur …
Die Umfahrung, die Bürger und die Demokratie

Kommentare