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Schreibtisch statt Werkbank: Der neue Sindelsdorfer Bürgermeister Andreas Obermaier an seinem neuen Arbeitsplatz in der Gemeinde. 

Das Hobby muss erstmal warten

Sindelsdorf: Bürgermeister mit Benzin im Blut

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Vom Schreinermeister zum Bürgermeister: Andreas Obermaier ist seit 1. Mai neuer Bürgermeister von Sindelsdorf. Als einziger Kandidat für diesen Posten beerbte er Josef Buchner, der nach 30 Jahren nicht mehr kandidiert hatte. Obermaier spricht über das „Stimmungstief“ im Gemeinderat und seine Zukunftspläne.

Sindelsdorf – Nachdem es zum Ende der Legislaturperiode noch ganz schön geknirscht hatte im Sindelsdorfer Gemeinderat, und speziell das Klima zwischen dem scheidenden Bürgermeister Buchner (UWS) und seinem Amtsnachfolger von der CSU aufgeheizt war, bemüht sich Obermaier zu Beginn der neuen Periode um einen versöhnlichen Ton. Eine Kommunalwahl sei für ihn keine Parteienwahl, sagt der 51-Jährige. Welches Parteibuch ein Gemeinderat habe, sei nicht wichtig. 

„Es soll um den Ort gehen“

Dass sich die Unstimmigkeiten zwischen UWS und CSU nach der Wahl fortsetzen werden, hoffe er nicht, denn: „Es soll um den Ort gehen.“ Obermaier selbst ist zwar seit 2001 CSU-Mitglied, kandidierte 2008 aber auf der Liste der UWS für den Gemeinderat. Erst bei der Wahl 2014 trat er auf der CSU-Liste an. Bei der Wahl in diesem Jahr konnte Obermaiers Listenverbindung aus CSU und Offener Bürgerliste sieben Sitze plus den Bürgermeister-Posten gewinnen; die Unabhängige Wählergruppe Sindelsdorf (UWS) fünf Sitze. Damit haben sich die Verhältnisse verändert, zumal auch die bisher im Gremium vertretende Fraktion der „Bürger Liste“ (BL) nicht mehr zur Wahl antrat.

Das „Stimmungstief“ im Gemeinderat sei erst die letzten Wochen vor der Wahl entstanden, sagt Obermaier. Grund dafür seien Diskussionen über den geplanten Bauhof-Neubau gewesen (wir berichteten). In diesem Zusammenhang sei es dann auch zu einem Zerwürfnis zwischen ihm und Buchner gekommen. „Ich wollte keinen Konflikt mit ihm“, betont Obermaier. Eine „sehr emotionale Übergabe“ der Amtsgeschäfte habe die Gemüter nun hoffentlich wieder beruhigt. Nicht-öffentlich hätten die Gemeinderäte in ihrer konstituierenden Sitzung ebenfalls klärende Gespräche geführt.

Der Bauhof ist das erste Projekt

Obermaier, der erstmals für das Amt des Bürgermeisters kandidiert hatte , möchte nun schnell zur sachorientierten Arbeit zurückkehren. Zahlreiche Projekte drängten auf Realisierung. Allen voran der Bauhof-Neubau und die in diesem Zusammenhang angedachte Schaffung von Räumen für die Ortsvereine, die dringend gebraucht würden. „Das wird das erste Projekt sein“, so Obermaier. Auch den geplanten Dorfladen möchte er in dieser Legislaturperiode umsetzen. Dem dreifachen Familienvater schwebt zwar nur ein „gemäßigtes Wachstum“ für Sindelsdorf vor. 

Trotzdem könnte es in den kommenden Jahren notwendig werden, einen neuen Kindergarten zu bauen. Die Plätze in der Einrichtung im Rathaus – deren Sanierung erst vor wenigen Monaten abgeschlossen worden war – seien bereits fast alle belegt. Das geplante Mehrgenerationenhaus liege momentan zwar „auf Eis“. Aber auch das sei ebenso ein anstehendes Projekt wie das neue Gewerbegebiet an der Autobahn A 95. Persönlich wünsche er sich außerdem einen Schallschutz entlang der Bundesstraße B 472, denn: „Die Lärmbelastung ist groß in Sindelsdorf.“

Für Hobby bleibt vorerst keine Zeit mehr

Obermaier weiß, wovon er redet. Immerhin kennt er seinen Ort gut. Geboren in einem kleinen Weiler bei Miesbach, lebt er mit seiner Familie seit 20 Jahren hier und ist in vielen Vereinen aktiv. Der Schreinermeister mit eigenem Betrieb ist Pfarrgemeinderatsvorsitzender und saß die vergangenen zwölf Jahre im Gemeinderat, die letzten zwei davon als zweiter Bürgermeister. „Kommunale Anliegen haben mich immer schon interessiert“, sagt er. Mit Kommunalpolitik sei er aufgewachsen. Schon sein Vater sei Gemeinderat in Irschenberg und gut mit Edmund Stoiber befreundet gewesen. Politische Debatten am heimatlichen Esstisch oder in der Öffentlichkeit gehörten zu seiner Jugend einfach dazu.

Die ersten Tage als Bürgermeister liegen nun hinter ihm. Es waren lange Arbeitstage. „Aber ich habe gewusst, dass die ersten Wochen schlimm werden.“ Sein Vorgänger Buchner sei mit ihm noch alles Wichtige durchgegangen, auch wenn es keine eigentliche Einarbeitung gegeben habe. Seine Schreinerei laufe weiter. Hier könne er auf die Unterstützung seiner Mitarbeiter zählen. Einzig sein Hobby muss vorerst zurückstehen. Obermaier besitzt zahlreiche alte Motorräder. An diesen Oldtimern schraubt er in seiner Freizeit gerne. Vorerst wird er dafür keine Zeit haben. Bürgermeister zu sein, empfinde er als große Verantwortung. „Ich fühle mich stolz, so etwas machen zu dürfen und hoffe, ich kann alles so erfüllen, wie es vom Bürger gewünscht ist.“

Lesen Sie auch: Einen großen Wechsel im Sindelsdorfer Gemeinderat brachte die Kommunalwahl. Nicht nur der Bürgermeister Andreas Obermaier ist neu in dem Amt, auch sieben Gemeinderäte.

Zwei bislang unbekannte Fahrer lieferten sich am Samstag ein Autorennen auf der A 95 bei Penzberg/Iffeldorf. Einer der beiden überholte auf dem Seitenstreifen.

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